Etihad Airways ist die jüngste Fluggesellschaft auf dem Weg in den globalen Luftverkehrsmarkt
Die Jäger aus Arabien greifen an

Staatliche Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten fordern die Global Player unter den traditionellen Fluglinien heraus: mit exzellentem Service zu aggressiven Preisen. Der jüngste Angreifer: Etihad Airways aus dem Ölscheichtum Abu Dhabi. Platzhirsch Emirates Airline und und Aufholjäger Qatar Airways haben die Spur am Himmel vorgezeichnet: Klotzen, nicht kleckern.

DÜSSELDORF. Mit dem gigantischen Einkauf von Flugkapazitäten wollen die Newcomer der etablierten internationalen Großkonkurrenz wie British Airways, Deutsche Lufthansa, Air France, Qantas, Singapore Airlines und den großen US-Fluggesellschaften Marktanteile abjagen. Etihad beglückte auf der britischen Luftfahrtmesse Farnborough den europäischen Flugzeughersteller Airbus mit einer Absichtserklärung über den Kauf von insgesamt 24 Flugzeugen mit einem Ordervolumen von sieben Mrd. Dollar. Akbar Al-Baker, Chief Executive Officer (CEO) der Qatar Airways, will für 6,3 Mrd. Dollar seine Airbus-Flotte aufstocken. Die Messlatte hat Emirates mit 19 Mrd. Dollar gesetzt – „der größte Flugzeugauftrag in der Geschichte der zivilen Luftfahrt“, glaubt Tim C. Clark, Präsident der Emirates.

Da kann keine der global aktiven Linien-Fluggesellschaften mithalten. Die offensichtliche Strategie der arabischen Wüstensöhne, sich auch um den Preis langfristig niedriger Erträge ihren Platz am Himmel zu erobern, weckt den Zorn des Establishments der internationalen Luftfahrtindustrie.

Jean-Cyril Spinetta, Präsident der Air France-KLM Group, wittert versteckte Subventionen. Gefruchtet hat seine Vermutung bislang nicht. Doch der Reichtum der Ölscheichs allein stellt keinen internationalen Wettbewerbsverstoß dar. Der Verband der Europäischen Fluggesellschaften (AEA) hält sich diplomatisch zurück. „Wir haben das Kapazitätswachstum registriert“, formuliert AEA-Sprecher David Henderson.

Doch auf den Asien-Europa-Routen spüren Singapore Airlines und Qantas, Australiens größte Fluglinie, die arabische Konkurrenz. Emirates unterbiete die Singapurer auf konkurrierenden Flügen faktisch um 200 Dollar, weiß ein Insider. „Staatseigentum an Fluggesellschaften ist für uns kein Problem. Es wird allerdings problematisch, wenn die kaufmännische Disziplin zugunsten der strategischen Regierungsziele gelockert wird“, schimpft Geoff Dixon, CEO der Qantas. Gegen solche Unterstellung wehrt sich Kevin Steele, Verkaufschef der Etihad vehement: „Wir wollen im ersten Jahr einen operativen Gewinn erwirtschaften.“

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