EU genehmigt Gemeinschaftsunternehmen
Machtkampf bei Tui tobt weiter

Mitten im Machtkampf über seinen künftigen Kurs hat der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui grünes Licht für ein neues Unternehmen im profitablen Kreuzfahrtgeschäft bekommen. Die EU-Kommission genehmigte eine Gemeinschaftsfirma von Tui und der Royal Caribbean Cruises. Unterdessen erhöht Großaktionär John Fredriksen den Druck, um eine Aufspaltung von Tui zu erreichen.

HB HANNOVER. Das neue Kreuzfahrtunternehmen mit dem Namen Tui Cruises soll noch im März gegründet werden. Sitz der Firma soll Hamburg sein. Dort entstünden dann auch neue Arbeitsplätze, teilte Tui mit. Bei Tui in Hannover müsse wegen der Neugründung aber niemand um seinen Arbeitsplatz bangen, sagte ein Sprecher. Das erste Schiff unter der Marke Tui Cruises soll im Mai 2009 in See stechen. Tui und die Royal Caribbean Cruises halten jeweils 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen.

Das lukrative Kreuzfahrtgeschäft gilt neben Hotels und der Containerschifffahrt als Bereich, auf den Tui -Chef Michael Frenzel künftig verstärkt setzen will. Sein Kurs aber ist heftig umstritten. Aktionäre wie der US-Investor Guy Wyser -Pratte fordern seit Jahren eine Zerschlagung der Tui. Frenzel ist dagegen. Ihr Touristikgeschäft mit Ausnahme der Hotels hatte Tui im vergangenen Jahr mit dem britischen Wettbewerber First Choice zur neuen Tui Travel mit Sitz in London zusammengelegt.

Unterdessen macht Tui -Großaktionär John Fredriksen weiter Druck, um eine Aufspaltung des Konzerns in seine beiden Geschäftsbereiche Tourismus und Schifffahrt zu erreichen. Der Tui -Aufsichtsrat will sich am kommenden Montag mit den "strategischen Optionen" des Konzerns befassen.

Am Montag berichtete die "Financial Times Deutschland", der norwegische Großreeder habe nach eigenen Angaben weitere Verbündete für eine Zerschlagung der Tui gefunden. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auf der Hauptversammlung die nötige Mehrheit von 75 Prozent haben werden", sagte ein Fredriksen-Vertrauter der Zeitung. Der Reeder, der bisher etwa fünf Prozent der Anteile hält, habe weitere Tui -Papiere gekauft. Fredriksen will mit einer Tui -Zerschlagung die Schifffahrtstochter Hapag -Lloyd voranbringen. Ein Tui -Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Hauptversammlung ist am 7. Mai.

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