EU-Kartellverfahren
Luxusuhren-Hersteller unter Verdacht

Luxusuhren-Hersteller sollen unabhängige Reparatur-Unternehmen nicht beliefert haben, obwohl es keine andere Möglichkeit gibt, Ersatzteile zu beschaffen. Produzent Swatch sieht den Ermittlungen entspannt entgegen.
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ZürichDie EU-Kommission hat Kartellverfahren gegen Hersteller von Luxusuhren eröffnet. Die Produzenten sollen den Angaben von Freitag zufolge die Belieferung unabhängiger Reparatur-Unternehmen mit Ersatzteilen abgelehnt haben. Welche Hersteller die kartellrechtliche Prüfung einbezieht, teilte die europäische Wettbewerbsbehörde nicht mit. Reparatur-Betriebe werfen den Produzenten demnach vor, durch ihre Dominanz bei der Lieferung von Einzelteilen andere Werkstätten aus dem Markt zu drängen.

Eine Sprecherin des weltgrößten Uhrenherstellers Swatch erklärte, das Unternehmen sei von dem Verfahren betroffen. „Wir sind zuversichtlich, was das Ergebnis der Untersuchung angeht,“ sagte sie. In der Schweiz wurde Swatch Anfang Juni dazu verurteilt, trotz Engpässen in der Produktion weiter der Konkurrenz Uhrwerke zu liefern und die Mengen dabei nur langsam zu verringern. Swatch dominiert die Schweizer Uhrenindustrie mit einem geschätzten Marktanteil von 70 Prozent. Der Genfer Konkurrent Richemont wollte sich nicht zur Untersuchung der EU äußern.

Der Verband der europäischen Uhren-Reparatur-Betriebe (CEAHR) war vor drei Jahren mit der Beschwerde bei der EU-Kommission abgeblitzt. Das Europäische Gericht in Luxemburg, die zweithöchste juristische Instanz der EU, gab dem Verband aber inzwischen Recht und wies die Entscheidung der Kommission im Dezember zurück. Laut der Beschwerdeschrift von 2004 wirft CEAHR den Uhrenherstellern vor, den unabhängigen Uhrmachern die Geschäftsgrundlage zu entziehen, da es keine alternativen Bezugsmöglichkeiten für Ersatzteile gebe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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