EU-Kommission prüft Rettungskredit
American Airlines möglicherweise an Sabena interessiert

Die US-Fluggesellschaft American Airlines ist möglicherweise daran interessiert, bei einer Nachfolgegesellschaft der angeschlagenen belgischen Sabena einzusteigen. Das berichtete die belgische Zeitung "Het Belang van Limburg" in ihrer Samstagausgabe. Unterdessen ging in Belgien ein auf Türkeireisen spezialisierter Veranstalter pleite.

dpa-afx BRÜSSEL. Neben American Airlines seien noch eine weitere US-Airline und zwei belgische Investoren an Sabena interessiert, schrieb das Blatt mit Hinweis auf belgische Regierungskreise. Zudem wird die selbst gegen rote Zahlen kämpfende britische Fluggesellschaft Virgin Express als möglicher Übernahmekandidat einiger Strecken der angeschlagenen belgischen Sabena gehandelt, wie die Londoner Sonntagszeitung „The Observer“ berichtet. Weitere Namen wurden nicht jedoch genannt. Die Nachfolgegesellschaft der traditionsreichen Sabena soll den Informationen zufolge "Air Belgium" heißen.

American Airlines habe bereits Vereinbarungen mit Sabena. Die US-Airline sei vor allem am Flughafen Brüssel-Zaventem als europäischem Drehkreuz interessiert, schrieb die Zeitung. Branchenbeobachter in Brüssel waren sich am Wochenende einig, dass nach der Zubilligung des Gläubigerschutzes in der vergangenen Woche äußerst schnell Investoren für die Sabena gefunden werden müssen, um den drohenden Konkurs abzuwenden.

American Airlines hatte erst im Frühjahr den Kauf der US-Fluggesellschaft Trans World Airlines Inc. (TWA) vollzogen und rückte damit vor United Airlines zur weltgrößten Fluggesellschaft auf. American hat mehr als 900 Flugzeuge in ihrer Flotte.

Die EU-Kommission prüft derzeit einen Rettungskredit für Sabena von fünf Mrd. belgischen Francs, der am Freitag von der belgischen Regierung angemeldet worden war. Sabena hat dem Zeitungsbericht zufolge 90 Mrd. belgische Francs Schulden, die Hälfte davon bei Banken. Nach Medienberichten will die Kommission ihre Entscheidung um den 17. Oktober fällen. Der frühere Wettbewerbskommissar Karel Van Miert äußerte sich in der Zeitung "Le Soir" vom Samstag zuversichtlich, dass die Kommission die Finanzspritze unter strengen Bedingungen billigt.

Der Türkei-Reiseveranstalter Anka Direct sei zahlungsunfähig, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Nach Angaben des belgischen Außenministeriums sind 438 bei Anka gebuchte Urlauber in der Türkei. Die Versicherungen von Anka kümmerten sich um ihre Rückkehr. Erst Ende vergangener Woche war über die belgische Chartergesellschaft City Bird der Konkurs verhängt worden.

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