EU-Kommission Schlag gegen Krabben-Kartell

Eine Erfolgsmeldung von der EU-Kommission: Sie hat ein internationales Kartell von Krabbenhändlern ausgehoben. Mehrere Unternehmen, darunter ein deutsches, hatten auf dem 100-Millionen Euro-Markt die Preise abgesprochen.
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Klingt skurril, ist aber eine ernste Angelegenheit: Ein internationales Krabben-Kartell soll unter der Hand Marktanteile abgesprochen haben. Quelle: dpa

Klingt skurril, ist aber eine ernste Angelegenheit: Ein internationales Krabben-Kartell soll unter der Hand Marktanteile abgesprochen haben.

(Foto: dpa)

BrüsselDie EU-Kommission hat nach eigenen Angaben ein Kartell von Krabbenhändlern ausgehoben, dem neben drei niederländischen auch eine deutsche Firma angehörte. Die Unternehmen müssten nun zusammen fast 29 Millionen Euro Strafe zahlen, teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Davon entfallen 1,13 Millionen Euro auf das deutsche Unternehmen Stührk, der Löwenanteil von gut 27 Millionen Euro auf Heiploeg, eine halbe Million Euro auf Kok Seafood.

Das vierte beteiligte Unternehmen, Klaas Puul, muss keine Geldbuße zahlen – es hatte das Kartell selbst bei der EU angezeigt. Die Firmen hatten laut Kommission insbesondere den Krabbenverkauf in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich im Visier. In informellen Kontakten hätten Vertreter der Firmen „vielerlei Aspekte des Garnelengeschäfts erörtert“, darunter ihre Preise für wichtige Kunden. Ziel war es demnach, die Marktanteile der Anbieter einzufrieren, um leichter die Preise erhöhen zu können.

Die Firmen dominierten den europäischen Markt, nach Schätzungen kamen sie zusammen auf einen Marktanteil von 80 Prozent in Europa, teilte die Kommission weiter mit. Daher hätten sich die Absprachen der Preise für die Einzelhändler „direkt auf die Endverbraucherpreise“ ausgewirkt. Somit hatten also die Kunden mehr für Garnelen zu zahlen. Die Größe des Markts für Garnelen bezifferte die EU-Behörde auf mindestens 100 Millionen Euro im Jahr.

  • afp
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