EU prüft Bücher der griechischen Fluggesellschaft
Luft für Olympic wird immer dünner

Kurz vor Ablauf der Frist für verbindliche Angebote lichten sich die Reihen der Interessenten für die angeschlagene griechische Staatsfluggesellschaft Olympic Airlines. Nun verunsichern auch noch Ermittlungen der EU-Kommission wegen des Verdachts unzulässiger Beihilfen die potenziellen Investoren.

ghö HB ATHEN. Bei der bevorstehenden Buchprüfung durch Fachleute der Kommission geht es unter anderem um Finanztransaktionen zwischen der Ende 2003 neu gegründeten Olympic Airlines und ihrer hoch verschuldeten, noch existierenden Vorgängergesellschaft Olympic Airways. Von der alten Olympic fordert die EU die Rückzahlung illegaler Staatsbeihilfen in Höhe von 194 Mill. Euro. Die Gesellschaft will nicht zahlen – der Europäische Gerichtshof soll in Kürze über den Fall entscheiden.

Während die neue Olympic Airlines den Flugverkehr abwickelt, blieben bei der alten Olympic Airways die Bodendienste, die technische Wartung sowie das überzählige Personal – und die Schulden. Die EU-Kommission kritisiert, dass die griechische Regierung mit der Übertragung von Vermögenswerten der Olympic Airways auf die neue Gesellschaft Olympic Airlines die geforderte Rückzahlung der Subventionen gezielt blockiert habe. Damit genieße die zum Verkauf stehende Olympic Airlines die Vorteile der rechtswidrigen Beihilfen.

Die neue Fluggesellschaft war im Dezember 2003 mit reduziertem Personal und verkleinertem Streckennetz schuldenfrei an den Start gegangen, hat aber bereits wieder erhebliche Verluste eingeflogen. Allein im ersten Betriebsmonat fiel ein Betriebsverlust von 23 Mill. Euro an. Für 2004 hat das Unternehmen noch keine Bilanz vorgelegt, Branchenkreise schätzen den Verlust auf 103 Mill. Euro.

Das Augenmerk der Brüsseler Prüfer dürfte sich nun vor allem auf die Frage richten, ob der griechische Staat der Fluggesellschaft durch die Stundung von Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsabgaben indirekt unter die Arme greift. Ein weiterer Streitpunkt ist die aus vier Maschinen des Typs Airbus A340-300 bestehende Langstreckenflotte der Olympic Airlines. Nach der Neugründung der Gesellschaft übernahm der Staat die Flugzeuge aus dem Besitz der alten Olympic Airways und verleast sie nun an das neue Unternehmen – zu günstigeren als den marktüblichen Konditionen, kritisieren konkurrierende Fluggesellschaften.

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