EU treibt alternatives Tanken an
EU will Hunderttausende Strom-Tankstellen

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen in den kommenden Jahren Hunderttausende Ladestationen für Elektroautos entstehen. Entsprechende Pläne will Verkehrskommissar Siim Kallas am Donnerstag vorstellen.
  • 6

BrüsselMehr umweltfreundliche Kraftstoffe im Tank und mehr Elektroautos auf Europas Straßen — das ist das Ziel des jüngsten Vorstoßes der EU-Kommission für den Straßenverkehr der Zukunft. Plänen von Verkehrskommissar Siim Kallas zufolge wird Brüssel den Mitgliedstaaten verbindliche Vorgaben machen hinsichtlich einer Mindestinfrastruktur für saubere Kraftstoffe, wie Elektrizität, Wasserstoff und Erdgas (LNG und CNG) sowie gemeinsamer Standards für die Ausstattung.

Jedes EU-Mitglied soll künftig eine Mindestanzahl von E-Ladestationen mit einem einheitlichen Ladestecker vorhalten. In Deutschland zum Beispiel soll es innerhalb der nächsten acht Jahre
150 000 öffentlich zugänglicher Ladestationen geben. Derzeit sind es knapp 2000. „Der nationale Gesetzgeber hat die Pflicht und die Möglichkeiten, entsprechende Regeln zum Beispiel über Baugenehmigungen, auf den Weg zu bringen“, heißt es in der Kommission. Als einheitlichen Ladestecker erklärt Brüssel den in Deutschland gebräuchlichen Stecker „Typ 2“ nun zur Norm für die gesamte EU.

„Das ist eine gute Nachricht für die Autofahrer in Europa“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, dem Handelsblatt. Der Aufbau standardisierter und anbieterunabhängiger Ladesäulen müsse parallel zur Marktentwicklung erfolgen. Damit sich die Elektromobilität am Markt durchsetze, so Wissmann, seien neben einer ausreichenden Infrastruktur auch wirksame Impulse für die Einführung alternativer Antriebskonzepte notwendig.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen 2020 rund eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Frankreich hofft auf zwei Millionen, die Spaniens Regierung gar auf 2,5 Millionen Fahrzeuge.

Einem umweltfreundlicheren Verkehr stehen stehen bis dato vor allem drei Hindernisse im Weg: teure Fahrzeuge, geringe Verbraucherakzeptanz sowie der Mangel an Ladestationen und Tankstellen. Den daraus resultierenden Teufelskreis will die Kommission nun durchbrechen.

Kommentare zu " EU treibt alternatives Tanken an: EU will Hunderttausende Strom-Tankstellen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei so einen Schwachsinn wie Stromtankstellen oder Glühbirnenverbot verstehe Cameron vollkommnen!
    Der Austritt von der EU-Dikatatur ist das Beste, was Britanien machen kann.
    Mit diesen bekloppten EU-Diktatoren steuern wir wieder auf eine neue-alte unfreie Zeit einer grünsozialistischen Ideologie zu!!!!
    Eine freie Gesellschaft braucht eine freie Marktwirtschaft und keine diktierte Weltanschauung ala Gutmenschentum!
    Viele Gesetze und Verordnungen sind in einer Gesellschft der Ausdruck für Zwang und Unfreiheit des Menschen!

  • Da habe die Hersteller der Stromtankstellen perfekte Lobbyarbeit geleistet.
    Aber so läuft es doch in allen Bereichen, wo viel zu verdienen ist. Hat mit der EU eigentlich nichts zu tun, wird nur vorgeschoben.
    Die eigenen Regierungen können sich hinter den EU Verordnungen immer bestens verstecken und stehen dann "unschuldig" da.
    Man braucht sich nur anschauen, wie viele Lobbyisten in Brüssel unterwegs sind. Da geht's ums ganz große Geld!

  • Das nächste milliardenschwere Subventionsgrab. Aber was soll man von der EUdssr erwarten außer Diktatur am Volk vorbei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%