EU-Verordnung zwingt Betriebe zu kostspieligen Investitionen
Rabattschlacht ruiniert Autohandel

Schleppende Verkäufe, anhaltende Rabattschlacht, sinkende Margen – die Talfahrt des deutschen Autohandels geht weiter. Und ein Ende des Händlersterbens ist vorerst nicht in Sicht. „Das Geschäft mit Neuwagen lohnt sich für viele einfach nicht mehr“, resümiert Helmut Blümer vom Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks.

DÜSSELDORF. Die Umsatzrendite im deutschen Autohandel liegt derzeit unter einem Prozent, wie der Verband ausgerechnet hat. Das ist weniger als der gebeutelte deutsche Lebensmittelhandel mit Tütensuppen und Cornflakes verdient. Und auch das neue Jahr hat für die Autoverkäufer schlecht angefangen. So sanken die Neuzulassungen im Januar um 3,7 Prozent, der Februar lag noch einmal um zwei Prozent unter dem ohnehin bescheidenen Vorjahr.

Weil viele Händler kurz vor Weihnachten ihre Jahresziele erfüllen mussten, haben sie kurzerhand die unverkauften Autos auf den eigenen Namen zugelassen. Das schönte die Statistik für 2004, ist aber eine Bürde für das laufende Jahr.

„Der Preisdruck im Markt ist immens“, klagt Volker Reichenstein, Präsident der Ford-Händlervereinigung. Denn vor allem private Autokäufer scheuen die Anschaffung eines neuen Vehikels. Mittlerweile ist der durchschnittliche Ford auf Deutschlands Straßen acht Jahre alt. Und wer trotzdem kauft, feilscht gnadenlos. Die Folge: 120 Ford-Betriebe haben in den vergangenen zwei Jahren das Handtuch geworfen. „Viele Händler kämpfen zurzeit mit Liquiditätsproblemen“, berichtet Reichenstein.

Während Ford wieder recht solide im Markt steht, kämpfen Opel- und Fiat-Händler zusätzlich mit den Problemen eines siechenden Mutterkonzerns. „Schuld an dem ganzen Problem ist die Überproduktion der Industrie“, klagt Friedrich Karl Bonten, Präsident der deutschen Fiat-Händler. Weil sich die Industrie nicht eingestehe, dass sie am Markt vorbeiproduziere, müssten die Händler die Kunden mit üppigen Rabatten ködern. Jüngstes Beispiel: Wer einen Tretroller zu einem Fiat-Händler bringt, bekommt 1 000 Euro Rabatt, die Hälfte davon zahlt der Händler. Das hält niemand lange durch: „Die Hälfte der Fiat-Händler schreibt rote Zahlen“, klagt Bonten.

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