Euro-Krise
Carrefour plant 600 Entlassungen

Der größte europäische Einzelhändler Carrefour verzeichnete im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang und begründet das vor allem mit der Euro-Krise. Der Sparplan des Unternehmens sieht 600 Stellenstreichungen vor.
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ParisDer neue Carrefour -Chef Georges Plassat will mit einer rigiden Kostenkontrolle den schwächelnden französischen Einzelhandelsriesen wieder in die Spur bringen. Carrefour müsse Kosten sowie Schulden reduzieren und die Mittelzuflüsse erhöhen, kündigte Plassat am Donnerstag an. Eine Kapitalerhöhung komme aber nicht in Frage.

Das Unternehmen habe sich zudem kein konkretes Ziel für Einsparungen in den nächsten drei Jahren gesetzt. "Taten sind wichtiger als Zahlen", sagte er. Anleger hatten mit Spannung auf die Ausführungen des seit Mai amtierenden, erfahrenen Firmensanierers gewartet. Gewerkschaften befürchteten, Plassat würde einen umfassenden Stellenabbau verkünden.

Der Manager stellte klar, es gebe keine weiteren Pläne in diese Richtung. Er hat die Gewerkschaften bereits über den Abbau von 500 bis 600 Stellen in Frankreich informiert, wie Reuters am Mittwoch erfahren hatte. Die Zeitung "Le Figaro" hatte unlängst vermutet, weitere 1000 Jobs stünden bei Carrefour auf der Kippe.

Carrefour ist in Frankreich einer der größten privaten Arbeitgeber mit zuletzt gut 112.000 Mitarbeitern. Nach Gewerkschaftsangaben soll der Jobabbau von 500 bis 600 Stellen auf "freiwilliger Basis" geschehen. Entlassungen sind nicht geplant.

Plassat äußerte ein klares Bekenntnis zu den Kernmärkten des Metro-Rivalen. Dazu zählten Frankreich ebenso wie wachstumsstarke Länder wie Brasilien oder China, sagte er. Allerdings räumte der Firmenchef ein, es könne Anpassungen in Polen, der Türkei oder Indonesien geben. Auch der Düsseldorfer Metro-Konzern sondiert Branchenkreisen zufolge Verkäufe im Ausland.

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China-Geschäft läuft schleppend

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