Euronext auf heimischem Boden attackiert
Konkurrenzkampf der Börsen nimmt zu

Der Wettbewerb der Börsen wird immer härter. Dies gilt nicht nur für den sich zuspitzenden transatlantischen Konkurrenzkampf, sondern auch für die Situation in Europa. Hier buhlen Börsen heftig um Marktanteile bei Aktien und Derivaten. Auf dem niederländischen Markt wird dies besonders deutlich. Hier steht die Euronext mit der Eurex und der London Stock Exchange (LSE) im harten Wettbewerb bei Optionen und niederländischen Aktien.

FRANKFURT/M. Doch die Angriffslust von Eurex und LSE beschränkt sich nicht auf die Niederlande. LSE-Chefin Clara Furse hat bereits verlauten lassen, eine erfolgreiche Mission in Amsterdam als Initialzündung für eine europaweite Initiative zu interpretieren. Dort, wo sich die LSE außerhalb ihrer Grenzen im europäischen Aktienhandel zu etablieren versucht, ist die weltgrößte Terminbörse Eurex mit Derivaten bereits akzeptiert.

Diesen Rückenwind will die Eurex jetzt für neue Aktivitäten in Europa nutzen. Nach dem Erfolg in den Niederlanden nimmt sie sich des italienischen Marktes an und macht den dortigen Börse Konkurrenz, indem sie ihr Angebot an italienischen Derivaten um einen Futureskontrakt auf den DJ Italy Titans 30 Index erweitert hat. Bisher konnten Anleger an der Eurex bereits Optionen auf zwölf liquide Italien-Aktien handeln. „Wir bieten den Vorteil der weltweit günstigsten Börsengebühren überhaupt“, begründet Eurex-Vorstandschef Rudolf Ferscha den Sprung nach Italien. Kunden könnten Kostenvorteile durch Cross-Margining – Aufrechnung unterschiedlicher Positionen – nutzen.

Die Offensive soll nicht in Italien Halt machen. „Wir wollen unser erfolgreiches Netzwerk ausdehnen“, sagt Ferscha, ohne bei dieser Aussage eine regionale Grenze abzustecken. Nachdem es der Eurex gelungen ist, seit 2002 im Handel mit niederländischen Aktienoptionen gegen die harte Konkurrenz der Mehrländerbörse Euronext einen Marktanteil von inzwischen rund 17 % zu erobern, sieht sich das Eurex-Management in seines Strategie einer nicht nur europa-, sondern weltweiten Ausrichtung bestätigt.

Eine Strategie, die im Übrigen auch die London Stock Exchange im Handel mit Aktien verfolgt. Die LSE hat im Mai ihr Angebot um Optionen auf 50 niederländische Aktien ergänzt und damit die Heimatbörse Euronext an einer empfindlichen Stelle getroffen.

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