Euronext-Fusion
Nyse bekommt Gegenwind

An den Finanzplätzen der Vierländerbörse Euronext wächst die Skepsis gegenüber einer Fusion des Konzerns mit der New York Stock Exchange (Nyse). So will der niederländische Unternehmerverband (Veuo) seine Kritik nun in einem Brief an Finanzminister Gerrit Zalm Nachdruck verleihen. Darin fordert der Verband eine Ausstiegsoption.

PARIS / FRANKFURT. "Wir haben wachsende Sorge, dass durch die Fusion US-Regulierung und US-Recht nach Europa hinüberschwappt und den niederländischen Firmen das Leben schwer machen könnte", sagte Veuo-Generalsekretär Jaap de Keijzer dem Handelsblatt.

Der Verband fordere daher, dass keine Hindernisse aufgestellt würden, die den Firmen ein Delisting erschweren könnten, sagte de Keijzer. "Ein Abstimmung mit den Füßen, also ein Listing an einer anderen Börse, muss möglich bleiben", fügte er hinzu. Die Befürchtungen werde man in einem Brief an Zalm und die niederländische Börsenaufsicht zum Ausdruck bringen. Zalm kommt in dem Börsenpoker eine besondere Rolle zu, weil er dem Einstieg eines Großinvestors bei der Euronext nach holländischem Recht verhindern kann.

Der Industrieverband Veuo vertritt die großen börsennotierten Firmen der Niederlande, etwa den Ölmulti Royal Dutch oder den Medienkonzern Wolters Kluwers.

Euronext-Chef Jean-Francois Theodore verfolgt seit Monaten einen Fusion mit der Nyse und hat die Avancen der Deutschen Börse immer strikt abgelehnt. Diese hatte vergangene Woche auch offiziell von ihren Fusionsplänen Abstand genommen.

Gab es zuvor an den Börsenplätzen Paris, Lissabon, Amsterdam und Brüssel vor allem skeptische Stimmen gegenüber den Frankfurter Plänen, mehrt sich nun die Kritik an einer transatlantischen Fusion. So hat sich der Aufsichtsratschef des Industriekonzerns Schneider Electric, Henri Lachmann, ein prominenter Vertreter der Pariser Finanzplatzorganisation Europlace, zuletzt gegen die Kombination von Nyse und Euronext ausgesprochen. Möglicherweise wird nach monatelangem Ringen am Jahresende eine Zementierung des Status Quo der europäischen Börsenlandschaft stehen.

Die Euronext will dagegen bislang an ihrem Fusionsfahrplan festhalten, wonach im Dezember auf einer Hauptversammlung über die Fusion abgestimmt werden soll.

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