Europas Airlines

Ruhe im Sturm

Lufthansa, Air France und British Airways rüsten sich mit Sparprogrammen für den Wettbewerb mit den arabischen Airlines. Trotz massiver Gewinneinbrüche geben die neuesten Quartalszahlen aber Anlass zur Hoffnung.
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Lufthansa-Maschine: Bald nicht mehr in der Luft, sondern am Boden. Quelle: dpa

Lufthansa-Maschine: Bald nicht mehr in der Luft, sondern am Boden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfChristoph Franz will sich den Optimismus nicht nehmen lassen. „Mitarbeiter und Management leisten viel und sehen die Fortschritte“, kommentierte der Lufthansa-Chef den Einbruch des operativen Ergebnisses im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 431 Millionen Euro. Die Lufthansa-Aktionäre sahen das am Morgen anders. Zeitweise sackte die Aktie über fünf Prozent ab. Den Aktionären gehen die Fortschritte offenbar nicht schnell genug.

Der größte Umbau in der Geschichte der führenden deutschen Airline hat Spuren in der Bilanz hinterlassen. Ein genauer Blick gibt allerdings Anlass zur Hoffnung. Ohne Sondereffekte wäre das operative Ergebnis der Lufthansa im zweiten Quartal nämlich um gut 60 Prozent gestiegen. Denn im Vorjahresquartal hatte der Verkauf der britischen Tochter BMI und die Umstellung des Flugbetriebs von Austrian auf die Billigtochter Tyrolean einmalig rund 300 Millionen Euro in die Kassen gespült.

Bei Konkurrent International Airlines Group (IAG), dem Mutterkonzern von British Airways und der spanischen Iberia, zeigt der Sparkurs hingegen bereits Wirkung: Dank erster Sanierungserfolge bei der zuletzt mit hohen Verlusten kämpfenden Tochter Iberia konnte die Airline-Gruppe im zweiten Quartal einen überraschend hohen operativen Gewinn von 245 Millionen Euro ausweisen. Vor einem Jahr hatte IAG noch einen Verlust von vier Millionen Euro verbucht. „Dies ist der erste Schritt der Restrukturierung, aber er trägt bereits Früchte, der Verlust wird eingedämmt“, teilte IAG mit. Die Gruppe hat bereits rund 700 Millionen Euro in die Sanierung der spanischen Tochter gesteckt.

Offen bleibt, ob die Anstrengungen der europäischen Airlines ausreichen, um sich aus einem Dilemma zu befreien: In Europa drücken Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet die Preise und damit die Rendite. Auf der lukrativen Langstrecke greifen arabische Airlines wie Etihad und Emirates mit massiven Investitionen nach der Weltspitze – und strecken mittlerweile auch ihre Fühler nach Europa aus.

Die Araber halten gleich drei Trümpfe in ihren Händen: Zunächst haben die Fluggesellschaften im Vergleich deutlich jüngeren Flotten – und sind damit attraktiver für die Kunden. Während Air France (Flottenalter im Schnitt: 10,2 Jahre), IAG (13,4 Jahre) und Lufthansa (12,6 Jahre) sparen, haben die arabischen Airlines Emirates (6,4 Jahre) und Etihad (5,1 Jahre) massiv investiert. 

Zudem verfolgen die Anteilseigner der Araber in erster Linie politische und zunächst keine wirtschaftlichen Ziele. Statt nervöser Aktionäre stehen hinter den arabischen Airlines die neureichen Emirate Abu Dhabi, Dubai und Katar, die mit ihren Ölmilliarden das internationale Zentrum der Luftfahrt in den mittleren Osten verlegen wollen. Außerdem haben die Araber Zugang zu billigem Treibstoff und günstigen Arbeitskräften an ihren Heimatflughäfen.

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11 Kommentare zu "Europas Airlines: Ruhe im Sturm"

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  • Wer ist eigentlich " Wolfgang Franz"??
    Wusste gar nicht das sich Christoph Franz hat umbenennen
    lassen zu Ehren Hr. Mayerhubers!

  • Man könnte vor allem Sie boykottieren. Da gibt es viele, die die Arbeit besser erledigen als Sie. Und auch mit Engagement. Und wenn die Japaner so toll sind, was machen Sie denn hier?

  • @freiberger

    Sie müssen noch lernen, dass man auf Trollkommentare nie eingehen darf. (Allgemeines Internetgesetz). :)

  • Nicht alles was nicht in ihren beschränkten Germanenhorizont passt ist gleich Trollen [...].

    Deutsche Unternehmen sind nun mal alt und abgehängt, genauso wie die 22 Millionen Rentner in Deutschland. Was will Deutschland schon darstellen mit seiner Uraltbevölkerung?? Bestenfalls eine Touristenattraktion mit als Zombies verkleideten Rentnern. Hightech Unternehmen stellen nunmal keine 70 jährigen Zombies ein.

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte werden Sie nicht persönlich. Halten Sie sich an unsere Forenregeln: www.handelsblatt.com/netiquette +++

  • Wer will sich schon von einem deutschen [...] fliegen und bedienen lassen???

    Sowas wie Freundlichkeit u. Service kennt deutsches [...] gar nicht. Der chinesische oder afrikanische Geschäftsmann wird sich seinen Teil denken wenn er von einem deutschen Steward wie ein Mensch 2. Klasse behandelt wird. [...], deswegen meidet die internationale Kundschaft auch die ganzen [...]flieger wie Lufthansa.

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. Halten Sie sich an unsere Forenregeln: www.handelsblatt.com/netiquette +++

  • Warum löscht die Redaktion Trollpostings nicht sofort?

    Solch dümmliches Geschreibsel ist hier schon seit einigen Tagen unter jedem Artikel zu lesen. Immer derselbe Verfasser.

  • In den nächsten Jahren schwappt der Wettbewerb über. Die Lufthansa hat zwar eine Menge angesammelt, aber die Wettbewerber kommen mit ganz anderen Kostenvorteilen angeflogen. Das wird heftig auf die Preise drücken.Die "Dinosaurier" werden schwer zu kämpfen haben.

  • In den UAE wird zusätzlich zum Gehalt bei den Airlines noch eine private Krankenversicherung für die Familie gezahlt, die Privatschulen für die Kinder, eine Altersvorsorge in Höhe zwischen 7 und 15% des Gehalts, Wohnung bzw. freies Wohnen in Firmenwohnungen und von und zum Dienst wird man von der Limousine gefahren. Und wenn der Vertrag ausläuft gibt es noch einen End of Service Bonus von ca. 10% eines Jahresgehalts pro Jahr. Die Ausbildung als Pilot ist umsonst, normalerweise aber nur für Locals (Einwohner des jeweiligen Emirats).

    Andererseits muss man damit leben ein Gastarbeiter ohne jede Arbeitnehmerrechte zu sein. Und man lebt halt nach sehr anderen Regeln als das in freien westlichen Gesellschaften üblich ist. Das Wetter ist sicher auch nichts für jeden, 45° bis 50° im Sommer bei 100% Luftfeuchtigkeit bei 18° innerhalb von Gebäuden ist auch nicht immer einfach auszuhalten.

  • Ihre Aussage zu den Gehältern ist unvollständig.

    In Deutschland ist ein Angestellter kranken-, renten- und unfallversichert. In anderen Ländern muss das "extra" bezahlt werden.

    Ein Pilot bei der LH muss seine Ausbildung nur teileweise bezahlen. Im Falle der Berufsunfähigkeit ist er abgesichert.

    Ich bin Aktionär der LH. Dann muss man hat mal ein paar Jahre auf Gewinne verzichten. Aktionäre als "gierig" dazustellen, ist out. Macht Amazon Gewinn oder warum ist der Kurs so hoch...

    Klar, die überbezahlte Kraft am Empfang der Lounge brauche ich bei LH nicht. Die Arbeit machen die "Fremdfirmen" in der Lounge. Klar, die ständige Entwertung von versprochenen Privilegien brauche ich auch nicht. Oder klage ich sofort bei einer Kleinigkeit.....

  • Einen Einblick in das Einsparprogramm "Score" der LH bietet dieser Artikel: https://www.deutsche-bc.com/index.php/de/presse/news-2013

    Sehr interessant und für uns spannend zu sehen, wie die Maßnahmen tatsächlich durchgeführt werden.

    Zu hoffen ist, dass die erhofften Ergebnisse dann auch im Interesse der Mitarbeiter, der Führungskräfte und der Aktionäre eintreffen.

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