Europaweit
Bahn erwartet weitere Rückgänge im Güterverkehr

„Im Güterverkehr verdient kaum noch jemand Geld“: Alexander Hedderich muss es wissen, er ist Chef der Güterbahn-Sparte der DB. Für das laufende Jahr erwartet er einen weiteren Rückgang in der Branche.
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MünchenWegen der Dauerkrise in Europa rechnet die Deutsche Bahn 2013 mit erneuten Rückgängen im Güterverkehr. „Wir sehen auch dieses Jahr weiter rückläufige Verkehrsmengen in Europa und in Deutschland“, sagte Güterbahn-Chef Alexander Hedderich am Mittwoch in München. Lichtblicke konnte er nicht ausmachen. DB Schenker Rail hänge stärker an der - rückläufigen - Industrieproduktion als am - recht stabilen - privaten Konsum. In der Stahl-, Auto-, Papier- oder Chemiebranche sei die Entwicklung weiter schwach. „Wir haben uns in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, uns trotz Gegenwind nicht zurückwerfen zu lassen“, sagte Hedderich weiter und verwies auf stärkere Kostenkontrolle. Berichte über geplante Kurzarbeit wies er zurück.

Die Deutsche Bahn hatte vor Kurzem ihre Gewinnprognose zurückgenommen. Die weltweite Konjunkturschwäche trifft in erster Linie den Güterverkehr, sowohl auf der Schiene als auch die internationale Logistik der Tochter Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff). Wie die gesamte Branche hatte DB Schenker Rail 2012 einen kräftigen Rückgang eingefahren. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 87 Millionen Euro. Wenn 2013 das Ergebnis schwächer ausfalle, werde weniger investiert, kündigte Hedderich an. In den ersten Monaten des Jahres sei die Leistung zurückgegangen, sagte der Spartenchef, ohne Details nennen zu wollen. Auch das Hochwasser habe zu Einschränkungen in Deutschland, Österreich und Tschechien geführt, derzeit entspanne sich aber die Situation.

Hedderich führte aus, im europäischen Güterverkehr verdiene „kaum jemand Geld“. Dennoch glaube sein Unternehmen „an den Wachstumsmarkt Schienengüterverkehr“. Dieser entwickle sich aber nicht stetig, „sondern in Wellenbewegungen“ nach oben. Wenn man auf die Stammbelegschaft setze statt auf Zeitarbeiter, müsse diese „mitatmen“. So gebe es beispielsweise Arbeitszeitkonten oder die Möglichkeit, die Zahl der Wochenstunden anzupassen oder Mitarbeiter zeitweise zu versetzen. Kurzarbeit sei derzeit kein Thema, betonte der Spartenchef. "Im Moment habe ich keinerlei Anhaltspunkte, dass diese Instrumente nicht ausreichen."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wir stecken längst in der Rezession! Wie lange wird das Märchen vom Wachstum und natürlich der Fachkräftemangel noch weiter erzählt?

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