Europcar-Kauf
Sixt beunruhigt das Kartellamt

Das Interesse der Nummer eins an der Nummer zwei auf dem deutschen Autovermietermarkt ruft das Bundeskartellamt auf den Plan. Ohne Abstriche wird Sixt den zum Verkauf stehenden Konkurrenten Europcar nicht übernehmen können.

hof/hz FRANKFURT. Sollte Sixt beim Verkauf der VW-Tochter Europcar zum Zug kommen, erwarten Branchenkreise massive Auflagen für das Deutschland-Geschäft. „Ab einem Marktanteil von einem Drittel gilt die Vermutung einer marktbeherrschenden Stellung, und es wird geprüft“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Sixt und Europcar kämen zusammen auf einen Marktanteil von mehr als 45 Prozent.

VW-Unternehmenskreise bestätigten die Übernahmepläne von Sixt. Die europäische Konkurrenz will nicht in einen Bieterkampf um den europäischen Marktführer eintreten. „Wir werden unsere Entscheidung nicht überdenken und schließen eine Übernahme weiterhin aus“, sagte Michael Gehricke, Vorstandschef des Autovermieters Budget, dem Handelsblatt. VW und Sixt wollten die Information nicht kommentieren.

Europas größter Autokonzern Volkswagen hatte im Herbst die Trennung von seinem Autovermieter Europcar eingeleitet. Die Veräußerung soll nach dem Willen des Autoherstellers innerhalb der nächsten vier Monate über die Bühne gehen. Parallel zu einem Verkauf lässt VW zusätzlich die Möglichkeit eines Börsengangs prüfen. Bisher haben vor allem Finanzinvestoren, darunter die Beteiligungsgesellschaften Carlyle, Clayton Dubilier & Rice und Merrill Lynch Global Private Equity, die jüngst bereits den US-Autovermieter Hertz kauften, Interesse an Europcar bekundet. Sixt hatte dagegen zunächst ein Gebot ausgeschlossen. Nun stiegen die Münchener nach Informationen aus Unternehmenskreisen zusammen mit dem Finanzinvestor Apax in das Bietergefecht ein.

Analysten sehen den Grund darin, dass Sixt erst einen Partner habe finden müssen, da der Autovermieter allein eine Übernahme nicht stemmen könne. Für Europcar, das 2004 rund 1,2 Mrd. Euro umsetzte und profitabel arbeitet, ist ein Kaufpreis von über zwei Mrd. Euro im Gespräch. Die Experten der Hypo-Vereinsbank sehen eine mögliche Übernahme von Europcar durch Sixt skeptisch, weil sie die Ertragslage von Sixt schwächen würde.

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