Eurotunnel Flüchtlingskrise macht Betreiber vorsichtig

Die Flüchtlingskrise nagt am Umsatz der Eurotunnel-Betreibergesellschaft. Wegen gestiegener Sicherheitsanforderungen senkt der Konzern seine Prognose für 2016 – und fordert Entlastungen durch die Steuerzahler.
Viele Flüchtlinge versuchen von Calais durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Mehrfach schon kam es zu Unfällen. Quelle: Reuters
Fluchtweg

Viele Flüchtlinge versuchen von Calais durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Mehrfach schon kam es zu Unfällen.

(Foto: Reuters)

ParisDer Betreiber des Eurotunnels zwischen Frankreich und Großbritannien wird wegen der Flüchtlingskrise vorsichtiger. Für dieses Jahr sagt das Unternehmen nach Angaben vom Donnerstag nur noch ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 560 Millionen Euro voraus, 20 Millionen weniger als zunächst gehofft. Dies geht vor allem auf höhere Kosten für die Sicherheit des Zug- und Lastwagenverkehrs zurück. Vergangenes Jahr lag der Betriebsgewinn bei 542 Millionen Euro.

Viele Flüchtlinge versuchen, vom französischen Calais aus durch die Röhren unter dem Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen, wo die Wirtschaft derzeit brummt. Der Eurotunnel-Betreiber hat die Regierungen in London und Paris für das Jahr 2015 um eine Erstattung von 29 Millionen Euro gebeten. Sie sollen sich an den zusätzlichen Kosten für die Sicherheit beteiligen.

Der Tunnel des Todes
37.000 Fluchtversuche seit Januar
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Der Betreiber des Eurotunnel hat nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn 37.000 Migranten von der illegalen Einreise nach Großbritannien abgehalten. Jüngst hatten rund 2100 Migranten versucht, das Eurotunnel-Gelände in Calais zu stürmen.

Gesichertes Areal
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Calais ist der wichtigste Knotenpunkt für den Personen- und Güterverkehr von und nach Großbritannien. Seit Monaten kampieren Tausende Flüchtlinge aus Eritrea, Sudan und anderen Ländern rund um die französische Hafenstadt in der Hoffnung, irgendwie nach Großbritannien zu gelangen.

Nachts beginnt die Reise
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Um durch den Tunnel zu kommen, versuchen einige Migranten auf die Achsen und Ladeflächen von Lastwagen aufzuspringen. Andere versuchen es gar zu Fuß – das ist die gefährlichste Variante. Immer wieder sterben Menschen bei der Wanderung auf den Gleisen. Die Lage sei „sehr besorgniserregend“, sagte der britische Premierminister David Cameron.

In kleinen Gruppen
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Nahe des Tunneleingangs laufen drei Flüchtlinge über die Gleisanlage: Oft versuchen es die Flüchtlinge in kleinen Einzelgruppen. Die britische Innenministerin Theresa May kündigte an, 7 Millionen Pfund (circa 9,9 Millionen Euro) zusätzlich bereitzustellen. Mit dem Geld soll die Sicherheit am Eingang des Tunnels auf der französischen Seite erhöht werden.

Flüchtlinge auf der Suche nach Gelegenheiten
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Auf der Straße zum Eurotunnel laufen Flüchtlinge auf der Fahrbahn: Zwischen 3000 und 5000 Migranten sollen in Calais gestrandet sein und auf eine Gelegenheit warten, es nach Großbritannien zu schaffen. Sie erhoffen sich dort bessere Asylchancen und bessere Lebensbedingungen als in Frankreich.

Immer wieder sterben Flüchtlinge
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Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten haben den Stacheldrahtzaun der Gleisanlage überwunden und laufen auf den Schienen Richtung Großbritannien: Bei den Fluchtversuchen gab es in den vergangenen Wochen mehrere tödliche Unfälle. Medienberichten zufolge sollen bereits acht Migranten seit Anfang Juni im Tunnel gestorben sein.

Pullover im Stacheldrah
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Die Flüchtlinge versuchen, auf wartende Lastwagen oder direkt auf die Züge zu klettern, die durch den Tunnel fahren. Ein Sprecher des Londoner Innenministeriums kündigte an, dass Frankreich und Großbritannien insbesondere Migranten aus Westafrika zurück in ihre Heimatländer schicken wollen.

Mit Material von dpa.

Eurotunnel-Chef Jacques Gounon sagte, das Unternehmen profitiere von der konjunkturellen Erholung in Europa, vor allem in Großbritannien. Der Umsatz sei deswegen 2015 um fünf Prozent auf 1,22 Milliarden Euro geklettert. Seit Ende Oktober habe sich die Sicherheitslage stark verbessert, dank mehr Polizeipräsenz und Zäunen.

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