Eurotunnel-Konzern: Deutsche Bahn verhandelt mit Briten über Eurostar-Anteil

Eurotunnel-Konzern
Deutsche Bahn verhandelt mit Briten über Eurostar-Anteil

Die Deutsche Bahn hat grundsätzliches Interesse an einem Anteil des Schienenkonzerns Eurostar, Betreiberin des Eurotunnels zwischen Frankreich und Großbritannien. Einem Medienbericht zufolge muss die Bahn dabei aber mit heftigem Gegenwind rechnen.

HB BERLIN. "Wir haben informative Gespräche mit dem englischen Ministerium darüber gehabt", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch in Berlin. Die Briten wollten ihren Anteil an dem Konzern abstoßen. "Die Deutsche Bahn hat strategisch ein ganz natürliches Interesse, Verkehr nach England zu fahren", fügte er hinzu. Man wolle irgendwann auch einmal nach London fahren. Die Franzosen glaubten zwar, die Strecke sei ihre Domäne. Das sehe die DB aber anders, betonte Mehdorn. Es sei aber noch zu früh, um von echten Absichten zu sprechen, ergänzte der Bahnchef. Man sondiere derzeit seine Chancen dort, es gebe auch noch keine Verhandlungen. Die britische Regierung zeigte sich einem Verkauf gegenüber nicht abgeneigt. "Wir wissen von dem Interesse der Deutschen Bahn und wären daran interessiert, ihre Vorschläge zu hören", sagte ein Regierungssprecher.

Einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" zufolge kommt aus Frankreich allerdings heftiger Widerstand gegen eine Übernahme des britischen Anteils durch die DB. Eurostar-Präsident Guillaume Pepy wehre sich dagegen. Pepy ist zugleich Chef der französischen Staatsbahn SNCF, die 62 Prozent an Eurostar hält. Eurostar ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bahngesellschaften SNCF, der belgischen Staatsbahn SNCB sowie der inzwischen privatisierten British Rail. Deren Anteile werden inzwischen von Eurostar UK Ltd (EUKL) gehalten, die zur London & Continental Railways (LCR) gehört. Jede der drei Bahngesellschaften betreibt den Eurostar-Verkehr im jeweiligen Land.

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