Eurowings Bereit zum Abheben

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Keine Expansion ohne neues Personal

Für Spohr und Dirks dürfte die Einigung eine große Erleichterung sein. Denn ohne einen solchen Vertrag hätte Eurowings Deutschland nicht mehr weiter wachsen können. Grund ist eine Jahre alte Vereinbarung, mit der das damalige Lufthansa-Management den Piloten Entgegenkommen bei anderen Themen abgetrotzt hatte. Dafür versprach die Konzernleitung damals, unter dem Dach der Eurowings Deutschland nicht mehr als 23 Flugzeuge zu betreiben. So sollten die Kernmarke Lufthansa und die dortigen Arbeitsplätze geschützt werden.

Wegen dieser Regelung hätte das Management künftiges Wachstum zu anderen Gesellschaften verlagern müssen, etwa zur Eurowings Europe in Wien. Das Problem dabei: Dort gibt es für Flugzeugführer zurzeit noch keinen Tarifvertrag, die Gespräche laufen zwar, sind aber wohl zäh. Hinzu kommt: In Österreich gibt es andere Vorschriften für Arbeitsverhältnisse etwa was Urlaub oder Krankheit angeht. Das macht eine Anstellung für deutsche Mitarbeiter unattraktiv. Ohne neues Personal gibt es aber keine Expansion.

Das sind die sichersten Airlines der Welt
Platz 20: Air Berlin (Deutschland)
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Die zweitgrößte Airline Deutschlands hat sich in puncto Sicherheit nichts vorzuwerfen, da es seit ihrer Gründung bisher weder einen tödlichen Unfall noch einen Flugzeugverlust gab. Allerdings kam es in den vergangenen Jahren zu mehreren kritischen Zwischenfällen. Für die Top 15 hat es daher mit dem Index 0,025 nicht gereicht.

Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab.

Platz 19: Sichuan Airlines (China)
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Die chinesische Fluggesellschaft wurde 1986 gegründet, die Flotte besteht mittlerweile aus 106 Flugzeugen und bedient vor allem Ziele im asiatischen Raum. Größere Unglücke sind bislang ausgeblieben. Mit einem Index von 0,025 schafft es die Airline in die Top 20.

Platz 18: British Airways (Großbritannien)
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Mit einem Index von 0,020 landet die Fluggesellschaft immerhin in den Top 20. Dabei kommt es bei den Fliegern immer wieder zu Zwischenfällen. So waren jüngst in einem Superjumbo auf dem Weg von San Francisco nach London offenbar giftige Gase ausgetreten. Die Maschine wurde nach Vancouver umgeleitet, konnte ihren Flug aber anschließend fortsetzen.

Platz 17: Delta Airlines (USA)
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Delta gehört zu den größten Fluggesellschaften der Welt. Den letzten Zwischenfall gab es im März 2015, als eine Maschine bei der Landung in New York von der Landebahn rutschte und gegen einen Erdwall prallte. Dabei wurden 23 Passagiere leicht verletzt. Mit einem Index von 0,018 landet Delta Air Lines dennoch in den Top 20.

Platz 16: Air Canada (Kanada)
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Die kanadische Fluggesellschaft landet mit einem Index von 0,018 auf dem 16. Rang. Zuletzt kam es im März 2015 zu einem Zwischenfall bei schlechtem Wetter: Ein Airbus setzte beim Flug von Toronto nach Halifax bei der Landung vor der Landebahn auf. Insgesamt 23 Insassen wurden verletzt.

Platz 15: All Nippon Airways (Japan)
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Auf Rang 15 der sichersten Fluggesellschaften steht All Nippon Airways. Im Jahr 2013 hatte ANA von Air Transport World (ATW) den Preis „Airline of the Year 2013“ erhalten. Nach Triebwerksproblemen im selben Jahr rutschte die Airline vom Spitzenplatz aus der Top Ten. ANA erreicht den Wert von 0,018 – das macht Platz 15.

Platz 14: Virgin Atlantic Airways (Großbritannien)
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Die Flotte der Virgin Atlantic besteht aus 38 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 8,4 Jahren. Jährlich befördert die Airline 5,3 Millionen Passagiere – bisher ohne jeden Absturz. Der Index liegt aktuell bei 0,017.

Dabei hat das Eurowings-Management durchaus ehrgeizige Pläne. Bis zum Sommerflugplan nächsten Jahres soll die Flotte um 30 Flugzeuge der Airbus A320-Familie wachsen. Dann soll Eurowings 210 Flugzeuge und rund 10.000 Mitarbeiter haben.

Eigentlich war dazu auch die Übernahme der Air Berlin-Tochter Niki mit rund 20 Maschinen fest eingeplant. Die ist mittlerweile aber wegen massiver Kartellbedenken in Brüssel abgesagt worden. Deshalb wird das Wachstum etwas langsamer geschehen, an den Zielen ändert sich aber nichts, betont die Eurowings-Spitze.

„Eurowings wird nun kurzfristig intern 86 Kapitänsstellen für ihre Copiloten ausschreiben“, sagt Benedikt Schneider, der Personalchef der Lufthansa-Tochter. Die Air Berlin-Piloten würden zudem je nach Berufserfahrung und geflogenen Stunden eingruppiert werden. Zwar werden sie in ihrem neuen Job auf Gehalt verzichten müssen, was vielen Flugzeugführern sauer aufstößt. Aber Schneider stellt klar, dass sie nicht auf den Status von Berufsanfängern zurückgestuft werden: „Keiner fängt bei uns bei null an.“

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1 Kommentar zu "Eurowings: Bereit zum Abheben"

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  • Es ist gut, wichtig und genau der richtige Weg, dass endlich eine europäische Luftfahrtgesellschaft versucht den größten 5 Fluggesellschaften der Welt, die alle amerikanisch sind, einen vernünftigen Wettbewerb zu bieten!
    Danke an die Pilotengewerkschaft, an Lufthansa und Eurowings!

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