Eurowings

Klatsch und Tratsch des Lufthansa-Ablegers

Wilde Gerüchte kursieren derzeit in der Luftfahrtbranche. Brussels Airways, SAS und Condor sollen auf dem Einkaufszettel der Lufthansa stehen. Ist der Appetit der größten Fluggesellschaft Europas tatsächlich so groß?

Kauft Lufthansa SAS?

Kauft Lufthansa SAS?

FrankfurtEurowings ist ein Spross der Lufthansa, auf dem große Hoffnung ruht. Zum einen soll die neue Marke nicht nur die neue Billigplattform sein, mit der Europas größte Fluggesellschaft Ryanair und Easyjet auf Abstand halten will. Zum anderen soll der Ableger auch das Vehikel sein, mit dem Lufthansa an der Konsolidierung der Branche teilnehmen kann.

Wie bei einer Steckerleiste sollen andere Fluggesellschaften an Eurowings angedockt werden können – sei es durch Kooperationen etwa beim Vertrieb oder beim Betrieb der Airline, sei es durch Beteiligungen oder sogar durch Übernahmen.

Seitdem Lufthansa-Chef Carsten Spohr diese Strategie öffentlich gemacht hat, sorgt Eurowings in der Branche für Unruhe. Immer mehr Spekulationen über mögliche Partner für die Lufthansa-Tochter machen die Runde. Die jüngste: Lufthansa wolle die Ferienfluggesellschaft Condor für Eurowings gewinnen. Die Gespräche würden seit Januar laufen, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“.

Lufthansa wolle mit der 46 Flugzeuge starken Condor Eurowings schnell ausbauen. Mögliche Optionen sollen von einer Marketing-Kooperation bis hin zu einer Kapitalbeteiligung oder einer komplette Übernahme der Airline mit 4000 Mitarbeitern reichen.

Welche Airlines besonders viel mit Extras verdienen
Milliardengeschäft
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Fluggesellschaften profitieren von Zusatzeinnahmen. Das zeigt die Studie „The Car Trawler Yearbook of Ancillary Revenue“ für das Jahr 2014. Dafür analysierte die Idea Works Company die Geschäftsberichte von 130 Airlines weltweit, 63 davon machten Angaben zu Zusatzleistungen. Demnach betrug die Höhe der Zusatzeinnahmen im vergangenen Jahr 38,1 Milliarden Dollar...

Platz 30: Lufthansa
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Auch die Lufthansa nimmt Geld für Zusatzleistungen. So betrug der Zusatzumsatz pro Passagier im vergangenem Jahr durchschnittlich 15,41 Dollar. Insgesamt hat die größte deutsche Fluggesellschaft 1,6 Milliarden Dollar mit Zusatzleistungen erwirtschaftet. Allein mit dem Vielfliegerprogramm „Miles and More“ nahm die Lufthansa 90 Millionen Dollar ein, doppelt so viel wie 2013. Von der Spitze ist sie dennoch weit entfernt: Platz 30.

Platz 23: Ryanair
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Als Zusatzeinnahmen gelten zum Beispiel Gebühren, die für Gepäck und Plätze mit mehr Beinfreiheit erhoben werden, Vielfliegerprogramme und À-la-carte-Services. Auch Meilenverkäufe, zum Beispiel an Kreditpartner, zählen dazu. Der Billigflieger Ryanair ist geradezu bekannt für kostspielige Fallstricke. 2014 machte Ryanair allein durch Zusatzkosten laut der Studie einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar. Pro Passagier macht das durchschnittlich um die 21 Dollar.

Platz 21: Easyjet
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Auch Easyjet ist ein Billigflieger. Zusätzliche Kosten für „Extra-Wünsche“ wie einen bestimmten Sitzplatz oder aufgegebenes Gepäck schlagen am Ende dennoch zu Buche. So kann ein Flug von Berlin nach Mallorca für 66 Euro ganz schnell teurer werden, zumindest wenn man einen Koffer mitnehmen will. Wer sich diesen Ärger ersparen möchte, kann für eine Jahresgebühr von 170 Dollar Easyjet-Plus-Mitglied. Dafür verspricht die Airline freie Sitzplatzauswahl, spezielle Gepäck-Abgabeschalter, schnellere Sicherheits-Kontrolle und ein schnelleres Boarding. Davon profitiert die britische Fluggesellschaft: Pro Passagier machte Easyjet 2014 einen Zusatzumsatz von 22,49 Dollar. Insgesamt waren das 1,5 Milliarden Dollar.

Platz 15: Virgin America
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Besonders geschäftig bei den Zusatzeinnahmen sind auch die Billigfluggesellschaften aus Übersee: 161 Millionen Dollar erwirtschaftete Virgin America 2014 allein durch Zusatzgebühren. Das waren durchschnittlich 24,71 Dollar pro Passagier.

Platz 14: Aer Lingus
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Heutzutage müssen Speisen und Getränke an Bord gekauft werden. Auch das füllt die Kassen der Airlines. Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus nahm pro Passagier durchschnittlich 26,19 Dollar ein. Insgesamt kamen 256 Millionen Dollar an Zusatzgebühren zusammen.

Platz 13: Air France/KLM
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Air France/KLM erlöste 2014 durchschnittlich 26,40 Dollar an Zusatzgebühren pro Passagier. Insgesamt waren es zwei Milliarden Dollar. Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet hatten mit der Einführung von Zusatzgebühren begonnen, mittlerweile hat fast die gesamte Branche nachgezogen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Condor und Eurowings ein Techtelmechtel nachgesagt wird. Schon kurz vor Weihnachten vorigen Jahres kursierten entsprechende Gerüchte.

Fakt ist: Die Muttergesellschaft von Condor, der Touristikkonzern Thomas Cook, spielt seit längerem immer wieder mal Szenarien durch, wie die eigenen Airlines künftig positioniert werden könnten.

Und das Management selbst hat dabei eine Zusammenarbeit mit Eurowings ins Spiel gebracht. „Wir beobachten diese Entwicklung bei Eurowings“, hatte Jens Boyd, Langstrecken-Chef bei Condor, im vergangenen Dezember gesagt: „Wenn es ein interessantes Modell für eine Partnerschaft geben sollte, wir wären offen dafür.“

Fakt ist aber auch, dass die Fluggesellschaften von Thomas Cook dem Tourismusriesen derzeit einen ansehnlichen Ergebnisbeitrag liefern, die eine Trennung etwa von Condor erschweren. Insider des Konzerns halten deshalb eine Kooperation, bei der etwa bestimmte Flugkapazitäten von Condor über Eurowings vermarket würden, derzeit für das wahrscheinlichere Szenario.

Ähnlich sieht die Situation bei der skandinavischen Airline SAS aus. Auch sie wird immer wieder im Zusammenhang mit Eurowings genannt. Schon seit Jahren wird Lufthansa ein Interesse an dem Partner in der Star-Alliance nachgesagt. Passiert ist bislang nichts.

Der ruppige Start von Eurowings
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