Eurowings statt Germanwings
Lufthansa startet das große Experiment

Mit Beginn des Winterflugplans hat Eurowings das Geschäft von Germanwings übernommen. Carsten Spohr will die Tochter zu einer tragenden Säule der Lufthansa machen. Doch die Herausforderungen sind groß.

FrankfurtEs ist wohl nur ein Zufall, kein schlechtes Omen. Am Dienstag dieser Woche verlor ein Airbus A330 von Germanwings beim Flug von Köln nach Mallorca eine Triebwerksabdeckung. Zwar habe laut Airline keine Gefahr für die Passagiere bestanden. Die Maschine landete ohne Probleme auf der spanischen Insel. Doch das Flugzeug ist ausgerechnet eines der ersten, das in wenigen Tagen für die neue Billigplattform Eurowings starten sollen. An Bord befanden sich bereits Piloten von Sunexpress, dem Partner für die geplanten Langstrecken-Flüge von Eurowings.

Doch auch der unruhige Auftakt wird an der Überzeugung von Carsten Spohr nicht rütteln. Trotz des teils heftigen Widerstands der eigenen Piloten ist der Lufthansa-Chef fest davon überzeugt, dass die nach Passagieren und Umsatz größte europäische Fluggesellschaft nur mit einer eigenen Billigplattform gegen Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet und Golf-Carrier wie Emirates, Etihad oder Qatar bestehen kann.

Seit Sonntag soll nun seine „Antwort“ auf die Rivalen endgültig durchstarten. Zwar ist eine A330-200 bereits seit Mitte Oktober für Eurowings im Langstreckeneinsatz. Doch mit Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober geht das gesamte Geschäft der bisherigen Billigtochter Germanwings komplett auf Eurowings über.

Es ist der Beginn eines großen Experiments. Mit einer Flotte von rund 100 Flugzeugen soll Eurowings auf Dauer zu einer der führenden Billig-Airlines in Europa werden und gleichzeitig zur zweiten tragenden Säule neben der klassischen „Hansa“. Das Billigkonzept soll dabei nicht nur für Kurz- und Mittelstreckenflüge genutzt werden, sondern auch für die Langstrecke zu touristischen Zielen. 

Dazu hat Lufthansa eine Kooperation mit Sunexpress Deutschland geschlossen, einem Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. Der Partner stellt die Crews für die Langstrecke.

Vor allem die Fernverbindungen sind eine Art Wette. Bislang hat es weltweit noch keine Fluggesellschaft geschafft, das Billig-Konzept erfolgreich auf die Langstrecke zu übertragen.

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