Eurowings und BVB

Borussen fliegen künftig billig

Eurowings braucht Aufmerksamkeit: Die Billigtochter der Lufthansa fliegt deshalb künftig Borussia Dortmund. Eurowings will sein digitales Image aufpolieren. Wie die Airline dabei vom BVB profitieren will.
Die Lufthansa-Billigtochter wird Champion-Partner des Top-Vereins aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs. Quelle: PR
Eurowings-Flieger im BVB-Look

Die Lufthansa-Billigtochter wird Champion-Partner des Top-Vereins aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs.

(Foto: PR)

FrankfurtDie Kicker von Borussia Dortmund werden ab der kommenden Saison zu den internationalen Spielen und Veranstaltungen mit der Lufthansa-Tochter Eurowings fliegen. Die neue Billigtochter der größten europäischen Fluggesellschaft wird Sponsor und sogenannter Champion-Partner des Top-Vereins aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs. Die Zusammenarbeit wurde am Mittwochmittag in Dortmund offiziell besiegelt.

Bislang jetteten die Borussen mit der stark expandierenden Turkish Airlines durch die Welt. Der Lufthansa-Rivale, der allerdings auch Partner des deutschen Branchenprimus in der Luftfahrt-Allianz Star Alliance ist, war 2013 als Airline-Sponsor eingestiegen. Der auf drei Jahre angelegte Vertrag läuft mit dieser Saison aus.

Zu den finanziellen Details des neuen Deals schweigen Eurowings wie Borussia Dortmund. Turkish soll gut drei Millionen Euro pro Jahr gezahlt haben. Die Champion-Partner – auch Turkish war ein solcher – zählen nicht zu den Hauptsponsoren des Vereins. Deshalb taucht der Name des Unternehmens auch nicht auf den Trikots der Spieler auf.

Hauptsponsor Evonik zahlt zum Beispiel 18 Millionen Euro pro Jahr und ist zudem am Verein beteiligt. Hinzu kommen beim Airline-Partner allerdings die Sachleistungen – also vor allem die Flüge. Borussia Dortmund wird in der kommenden Saison wieder in der Champions League antreten.

Turkish hatte dafür den hinteren Teil eines Flugzeugs in Schwarz-gelb lackiert Eurowings geht nun einen Schritt weiter. Die Airline präsentierte am Mittwoch einen vollständig in den Vereinsfarben getauchten Airbus 320, den neuen „Mannschaftsairbus“ in Ergänzung zum „Mannschaftsbus“.

Lufthansa will Eurowings zu den drei größten europäischen Billig-Anbietern in der Luftfahrt machen. Die neue Billigplattform hat von der Lufthansa-Tochter Germanwings die Kurz- und Mittelstrecken jenseits der Drehkreuze Frankfurt und München übernommen. Zudem fliegt die Airline seit Herbst vergangenen Jahres Langstrecke zu touristischen Zielen etwa auf Kuba.

Die unsichersten Airlines der Welt
Rangliste der 60 größten Airlines der Welt
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Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab. Wir zeigen, welche 20 Airlines im Ranking die hinteren Plätze belegen.

Platz 41 – American Airlines (USA)
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Eine der größten Fluggesellschaften der Welt und in der Rangliste relativ weit hinten: American Airlines findet sich mit dem Jacdec-Index von 0,139 (ein niedriger Wert bedeutet höhere Sicherheit) auf Platz 41. Die Airline fusionierte zuletzt mit US Airways und behielt ihren Namen bei. American ist seit sechs Jahren unfallfrei. Doch erst 2001 gab es einen Absturz: Ein Airbus A300 stürzte mitten im New Yorker Stadtteil Queens ab, alle 260 Insassen starben.

Platz 42 – Air China (China)
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Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142.

Platz 43 – Alaska Airlines (USA)
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Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163.

Platz 44 – China Southern Airlines (China)
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Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44.

Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)
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Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab, es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2015 liegt daher bei 0,216.

Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)
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Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik.

Der Lufthansa-Ableger braucht deshalb große Aufmerksamkeit. Dazu nutzt man bereits umfangreiche Anzeigen- und TV-Spots. Die Kooperation mit Borussia Dortmund bietet nun neue Möglichkeiten. Sie umfasst zum Beispiel Bandenwerbung, gemeinsame Veranstaltungen und Promotion-Aktionen. Eine eigene Lounge wird Eurowings dagegen im Dortmunder Stadion nicht haben – anders als Turkish. Das passe nicht zum Image der Billig-Airline, heißt es im Unternehmen.

Das Image muss aufpoliert werden
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