Ex-Manager Fahrholz als Berater mit an Bord
Bahn schreibt wieder Verluste

Die Bahn steuert auf den Börsengang zu, steckt aber zu Jahresbeginn nach wie vor tief in den roten Zahlen. Zwar hat die Bahn ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessern können. Ihre Börsentauglichkeit muss sie jedoch erst noch beweisen. Um möglichst in zwei Jahren den Gang an die Börse perfekt zu machen, haben die Bahner den Ex-Manager der Dresdner Bank Fahrholz eingespannt.

HB BERLIN. Im ersten Quartal fuhr der bundeseigene Konzern nach Informationen aus Unternehmenskreisen einen Betriebsverlust von rund 82 Mill. Euro nach Abzug der Zinsen ein. Ein Jahr zuvor waren es minus 120 Mill. Euro. Für 2004 hat Bahnchef Hartmut Mehdorn einen Gewinn versprochen. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für eine baldige Entscheidung des Bundes über eine Teilprivatisierung. Als Berater bei den Vorbereitungen für die Börse holte die Bahn den früheren Chef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz. Der 56 Jahre alte Ex-Manager soll dem Vorstand vor allem mit seinen „langjährigen Erfahrungen im Hinblick auf die Anforderungen der internationalen Kapitalmärkte“ zur Verfügung stehen, teilte die Bahn nach einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch mit.

Ziel der schon angelaufenen Detailvorbereitungen sei, dass der Bund vom Jahr 2005 an eine Entscheidung treffen könne. Bei einem positiven Votum hält die Bahn einen Börsengang bereits im Frühjahr 2006 für möglich, also noch vor der Bundestagswahl.

Wenn Mehdorn an diesem Donnerstag die Bilanz für 2003 erläutert, werden auch Signale für den weiteren Kurs erwartet. Im Fernverkehr, den die Bahn auf eigene Rechnung betreibt, zeichnete sich zu Jahresbeginn vorerst keine Erholung ab. Aus informierten Kreisen war zu vernehmen, dass ICE und Intercity trotz der Rückkehr der alten Bahncard bis Ende März einen Betriebsverlust von knapp 140 Mill. Euro nach Zinsen einfuhren. Die Nahverkehrssparte erzielte dagegen gut 110 Mill. Euro Gewinn. Eine Bahnsprecherin äußerte sich am Mittwoch nicht zum ersten Quartal.

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn ihren Verlust trotz aller Probleme mehr als halbiert. Das Minus schrumpfte auf 177 Mill. Euro. Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Michael Frenzel sagte nach der Sitzung am Mittwoch, er sei sicher, „dass das Unternehmen seinen Weg in Richtung Kapitalmarktfähigkeit konsequent fortsetzen wird“. Die Bundesregierung äußerte sich indes reserviert zu einem baldigen Termin. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) werde „in aller Ruhe abwarten, bis das Unternehmen das Signal gibt: Jetzt haben wir alle Voraussetzungen erfüllt“, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg.

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