Ex-Monopolist und Konkurrenten sind sich uneinig über die Konditionen für Geschäftskunden-Anschlüsse
Firmen schalten Telekom-Regulierer ein

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom lehnen einen Vorschlag des Ex-Monopolisten ab, mit dem dieser einen Streit in der Branche beenden will. Es geht dabei um Telefonanschlüsse der Telekom, die Wettbewerber wie MCI, Colt Telecom und Arcor für ihre Geschäftskunden abrechnen.

BERLIN. Das Produkt ist im Großkundengeschäft strategisch wichtig. Die alternativen Anbieter sind darauf überall dort angewiesen, wo sie keine eigene Infrastruktur haben. Denn für eine Firma mit Standorten in Großstädten und auf dem Land ist es nur dann attraktiv, zu einem Telekom-Konkurrenten zu wechseln, wenn der den Kunden überall mit Telefonanschlüssen versorgen kann. In ländlichen Regionen greifen die alternativen Anbieter daher auf das Telekom-Produkt zurück.

Der Bonner Konzern will seine Anschlüsse in solchen Fällen aber nicht mehr separat liefern, sondern künftig nur in Kombination mit Telefonminuten an die Wettbewerber verkaufen (siehe Handelsblatt vom 2. September) und damit das Produkt voraussichtlich teurer machen als bisher. Alles andere verstoße gegen das Telekommunikationsgesetz, heißt es in Telekom-Kreisen.

Die Konkurrenten fordern dagegen, dass die bisherige Praxis fortgesetzt wird und sehen auch keine Probleme mit dem Gesetz: Es gebe an der Stelle allenfalls eine Gesetzeslücke. „Die Telekom nutzt diese Situation offenbar, um auszuloten, inwieweit sie den Wettbewerb aushebeln kann“, sagte Harald Stöber, Vize-Präsident des Branchenverbandes VATM, dem Handelsblatt. Daher hat sich der Verband gestern an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post gewandt, um das Problem zu klären.

Denn sollten die alternativen Anbieter die Telefonanschlüsse des Ex-Monopolisten künftig nur im Paket mit Telefonminuten kaufen können, fürchten die Unternehmen einen Rückschlag für den Wettbewerb: Die Telekom könne auf diese Weise ihren Marktanteil bei den Telefonminuten zu Lasten der Konkurrenten ausweiten, sagte Stöber. Daher müsse das Gesetz vom Regulierer interpretiert werden.

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