Exklusiv-Interview
Post bereitet sich auf Briefmonopol-Ende vor

Die Deutsche Post rechnet in vier Jahren trotz unterschiedlichem Liberalisierungstempo in Europa mit einer vollständigen Öffnung des deutschen Briefmarktes, sieht sich aber gut gerüstet. Post-Briefvorstand Hans-Dieter Petram warnt jedoch vor dem Verlust sozial abgesicherter Arbeitsplätze.

BONN. „Ich gehe davon aus, dass das Briefmonopol im Jahr 2008 fällt,“ sagte Hans-Dieter Petram (61), Brief-Vorstand der Deutschen Post, gegenüber dem Handelsblatt. „Wir bereiten uns darauf durch eine kostengünstigere Produktion und verstärktes Marketing vor.“

Petram geht aber auch davon aus, dass das Monopol beispielsweise in Frankreich und Italien zunächst nicht wie von der EU-Kommission geplant 2008/2009 fällt. Die von der Deutschen Post immer wieder geforderte Marktöffnung im europäischen Gleichklang und damit eine Verschiebung der Marktöffnung bleibt eine Wunschvorstellung. Branchenkenner witterten hinter der Forderung ohnehin Lobbyismus. Bei einer gleichzeitigen Öffnung der europäischen Briefmärkte wäre die Deutsche Post wegen ihrer Größe und Stärke der Gewinner und könnte die ausländischen Märkte aufrollen.

Petram warnte aber davor, dass die Liberalisierung dramatische Einflüsse auf die Arbeitsplätze in Deutschland habe. Wer mehr Wettbewerb wolle, müsse sich auch darüber im Klaren sein, dass mehr Hausfrauen- und Studentenjobs auf Kosten sozial abgesicherter Arbeitsplätze entstehen.

Ein „kleines Bundesland“ habe beispielsweise einen privaten Briefdienst beauftragt, nur weil der ein paar Cent billiger als die Deutsche Post sei. Dies sei nur möglich, weil dieses Unternehmen im Gegensatz zur Deutschen Post keine Filialen betreibe, keine Briefkästen unterhalte, keine Lehrlinge ausbilde und keine sozial abgesicherten Arbeitsplätze anbiete. „In so einem Bundesland fehlen die Aufträge und damit können wir dort zum Beispiel keine Lehrlinge mehr ausbilden,“ sagte Petram. Er spielt offenbar auf das Land Berlin an. Dort sitzt mit der Pin AG ein größerer Konkurrent.

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