Expansion
Alliance Boots denkt global

Auf nach China! Der Pharmahändler Alliance Boots will noch größer werden und nach der Übernahme der Frankfurter Andreae Noris Zahn AG weiter zukaufen. Vor allem das außereuropäische Geschäft will das britische Unternehmen in den Vordergrund rücken.
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FRANKFURT. Nach der Mehrheitsübernahme bei der Frankfurter Andreae Noris Zahn AG (Anzag) setzt der britische Pharmahändler Alliance Boots weiter auf Expansion. Dabei dürfte nun aber das außereuropäische Geschäft stärker in den Vordergrund rücken. Das erklärte Stefano Pessina, der Chairman und Miteigner des britischen Konzerns, dem Handelsblatt. "Wir wollen Alliance Boots zu einem globalen Konzern formen."

Pessina spricht von einem fundamentalen Strategiewandel, nachdem nun die letzte große Lücke in Europa mit dem Kauf von Anzag geschlossen ist. Bisher ist Alliance Boots außerhalb Europas bereits in Russland, der Türkei, Thailand sowie mit einem Joint Venture in China vertreten. Die Präsenz in China oder anderen großen Märkten wolle man verstärken.

Den Schwerpunkt sieht Pessina dabei im weiteren Ausbau des Pharmagroßhandels sowie im Vertrieb der eigenen Kosmetik- und Pflegeprodukte, die bisher etwa ein Zehntel zum Konzernumsatz von umgerechnet rund 21 Mrd. Euro beitragen. Die Pharma-Distribution sei in vielen Ländern letztlich ähnlich strukturiert. Der Aus- oder Aufbau von Apothekenketten ist nach den Worten Pessinas dagegen weder im internationalen Geschäft noch in Europa ein wichtiges Thema.

Einschließlich Anzag wird Alliance Boots künftig etwa 25 Mrd. Euro Gesamtumsatz erzielen, davon rund 16,5 Mrd. Euro im Pharmagroßhandel und etwa 8,5 Mrd. Euro im Einzelhandel und dem Geschäft mit eigenen Markenprodukten.

Alliance Boots plant keine neuen Apothekenketten in Europa

Apothekenketten betreibt der Konzern vor allem in Großbritannien, Irland, Norwegen und den Niederlanden. Auf dem europäischen Kontinent habe man in dieser Hinsicht keine Ambitionen, betonte Pessina. Vielmehr setze man hier voll auf die Partnerschaft mit selbstständigen Apotheken. Das gelte auch für den deutschen Markt - selbst unabhängig vom bestehenden, und vom EUGH bestätigten, Verbot für Apothekenketten. "Wir verfolgen keinerlei Pläne, etwa Boots-Apotheken oder-Drogerien in Deutschland zu etablieren", sagte Pessina.

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