Kaufland: Australien freut sich auf deutschen Einzelhändler

Expansion in Australien
Down Under freut sich auf Kaufland

Der Start von Kaufland in Australien nimmt konkrete Formen an. 16 Jahre nach Aldi könnte damit ein weiterer deutscher Wettbewerber dort den Einzelhandel aufmischen. Die Presse feiert den Neuankömmling schon jetzt.
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SydneyEs ist das am schlechtesten gehütete Geheimnis im australischen Einzelhandel: Kaufland expandiert nach Australien. Das zumindest sagt die australische Webseite des Einzelhändlers, der wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe zählt. „Kaufland kommt nach Australien und sucht talentierte, freundliche und ehrgeizige Leute, um mit uns zu wachsen“.

Nicht nur ist die Firma aktiv auf der Suche nach Angestellten auf dem Kontinent. Das Unternehmen ist auch interessiert an Hinweisen auf Grundstücke, die sich als Standort eignen könnten. „Minimalgröße 10.000 Quadratmeter“, müsse ein Grundstück haben, „vorzugsweise 15.000 bis 20.000 Quadratmeter“. Und Platz für bis zu 300 Parkplätze, heißt es.

Doch in der Firmenzentrale in Neckarsulm ist man zurückhaltender. Es gehe erst einmal darum, die Marktsituation zu bewerten. Man sei an einer Machbarkeitsstudie. Diese werde von einem Mitarbeiter in Melbourne überwacht, weiteres Personal „mit landesspezifischen Kenntnissen“ werde gesucht.

In der Zentrale zeigt man sich jedenfalls optimistisch: „Da der Bedarf an qualitätsorientierten und günstigen Produkten weltweit besteht, sind wir grundsätzlich davon überzeugt, dass wir mit unserem Geschäftsmodell auch für Kunden in Australien eine interessante Alternative bieten“, so eine Sprecherin gegenüber dem Handelsblatt. Der Markteintritt werde „zu einem späteren Zeitpunkt nach Vorliegen von weiteren Informationen konkretisiert“.

Im Geschäftsjahr 2015/16 erwirtschaftete Kaufland mit gut 150.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 21,1 Milliarden Euro. Firmenchef Patrick Kaudewitz hatte im Herbst eine umfassende Modernisierung der 656 deutschen Märkte angekündigt.

Die australische Medien berichten seit Wochen enthusiastisch über den möglichen Markteintritt des Unternehmens. Der „Sydney Morning Herald“ rechnet damit, dass die Nachricht den heimischen Einzelhändlern „Schauer die Wirbelsäule herunterjagt“. „The New Daily" freut sich bereits auf den „totalen Preiskrieg“.

16 Jahre nach der Ankunft von Aldi ist aber nicht jedermann begeistert. Unter den bisherigen australischen Anbietern dürfte beim Gedanken an einen weiteren Billigwettbewerber Alarmstufe Rot herrschen. Kaum ein Unternehmen auf dem Kontinent hat jemals einen Sektor der Wirtschaft derart aufgemischt wie Aldi.

Das Ende des über Jahrzehnte bestehenden Duopols von den australischen Unternehmen Woolworths und Coles im Einzelhandel begann 2001 mit der Eröffnung des ersten Aldi-Ladens ins Sydney. Heute betreibt die Gruppe in Australien über 300 Zweigstellen, die Eröffnung dutzender weiterer ist geplant. 90 Milliarden australische Dollar (64 Milliarden Euro) im Jahr geben Australier in Supermärkten aus. Aldi kontrolliert etwa 14 Prozent des Einzelhandels.

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