Expansion
Qantas baut China-Billigfluglinie auf

Die australische Qantas Airways baut in Hongkong eine Billigflugline auf. Die Ticketpreise sollen etwa halb so hoch sein wie die einer Premium-Fluglinie. Bis 2015 soll die Flotte auf 18 Maschinen ausgebaut werden.
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Sydney Wie das Unternehmen bekannt gab, wird die Qantas-Gruppe ein Jointventure mit China Eastern Airlines eingehen und mit dem Discount-Anbieter Jetstar Hongkong die Wachstumsmärkte China, Japan, Südkorea und Südostasien bedienen. Das Vorhaben muss noch von den zuständigen Behörden bewilligt werden. Gemäß Bruce Buchanan, CEO der Qantas-Billigtochter Jetstar, wird die neue Airline ab kommendem Jahr mit vorerst drei Airbus A20  Kurzstreckenflüge anbieten. Bis 2015 soll die Flotte auf 18 Maschinen ausgebaut werden. Die Ticketpreise würden etwa halb so hoch sein wie die einer Premium-Fluglinie, etwa der Hongkonger Cathay Pacific. Der Dienst biete Qantas Gelegenheit, von einer stark expandierenden Mittelschicht in China zu profitieren, die ein großes Interesse am Reisen habe. „Diese Mittelklasse wird bis Ende dieses Jahrzehnts auf etwa 700 Millionen Menschen wachsen“, so Buchanan. Die Fluglinie plane, bis zu 200 Städte anzufliegen.

Wie Alan Joyce, Chef der Qantas-Gruppe, erklärte, nutze das Unternehmen die „Lokalkenntnisse“ des Partners China Eastern Airlines. Joyce hatte in Australien die Billigtochter Jetstar aufgebaut, bevor er Chef des Gesamtunternehmens wurde. Die Discount-Fluglinie ist der rentabelste Arm der Qantas-Gruppe. Dasselbe Modell solle nun in Asien genutzt werden, einer Region, die für den internationalen Arm der Premiumlinie Qantas Airways seit Jahrzehnten zum Kerngeschäft gehört. Allerdings spürt Qantas im internationalen Geschäft seit Jahren eine wachsende Konkurrenz, was sich zum Teil deutlich auf die Gewinne auswirkt. „Wir wissen von unserer Erfahrung mit Jetstar in Australien, welche Vorteile der Betrieb sowohl einer Billig- als auch einer Premium-Fluglinie im selben Markt hat“.

Im vergangenen Jahr hatte Joyce Pläne für eine substanzielle Expansion in Asien angekündigt. Das Vorhaben stieß jedoch bei den Gewerkschaften auf massiven Widerstand. Es kam zu Arbeitsniederlegungen, auf die Joyce mit einem mehrtägigen Grounding der gesamten Qantas-Flotte reagierte. Ein Plan für eine Premiumlinie mit Sitz in Kuala Lumpur scheiterte jedoch vor ein paar Wochen, weil sich Qantas nicht mit dem potenziellen Partner Malaysia Airlines einigen konnte. In Zusammenarbeit mit Japan Airlines hat Qantas bereits in Japan eine Inlandfluggesellschaft aufgebaut.

Kommentatoren meinten, die jüngsten Pläne seien positiv für das langfristige Wachstum der Kängurulinie. Nicht zuletzt die relativ niedrigen Kosten von 99 Mio. US$ pro Partner machten das Jointventure attraktiv. Kurzfristig würde die Expansion allerdings kaum einen Einfluss auf die Gewinne des Gesamtunternehmens haben, so ein Sprecher von Nomura in Sydney. Allerdings scheint das Wachstumspotenzial im Billigfliegermarkt in China ausgesprochen groß zu sein. Aviatikanalysten zufolge decken Diskounter bisher nur 5 % des Marktes ab.

Urs Wälterlin
Urs Wälterlin
Handelsblatt / Korrespondent

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