Expansion
Rewe investiert in russische Billa-Märkte

Der Handelskonzern Rewe ist in Russland auf Expansionskurs – und nimmt dafür eine Menge Geld in die Hand: Allein für den Ausbau des Russland-Engagements stellt der Konzern rund 375 Mill. Euro zur Verfügung. Die Anzahl der konzerneigenen Billa-Märkte soll kräftig steigen.

KÖLN. Der Handelskonzern Rewe will im laufenden Jahr seine Investitionen auf 1,2 Mrd. Euro steigern, um die Basis für künftige Umsatzsteigerungen zu legen. Die Investitionen werden am Ende des Jahres voraussichtlich um rund 350 Mill. Euro höher liegen als 2006. Dies kündigte Konzernchef Alain Caparros gestern auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Köln an. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit sollen die inländischen Supermärkte, die Discount-Kette Penny sowie das Auslandsgeschäft bilden.

Das Russlandgeschäft lag mit einer Steigerungsrate von 26 Prozent schon 2006 nach Rumänien (plus 35 Prozent) auf Rang zwei im konzerninternen Wachstumsranking. Rewe-Chef Caparros will die Anzahl der konzerneigenen Billa-Märkte in Russland alsbald von 21 auf 100 steigern. Ab Anfang des Jahres 2008 sollen zusätzlich noch Cash-and-Carry-Märkte der Auslandstochter Fegros/Selgros hinzukommen. Der Düsseldorfer Konkurrent Metro ist heute bereits mit fast 30 Großhandelsfilialen präsent.

Im Geschäftsjahr 2006 wuchs das Auslandsgeschäft des Kölner Handelskonzerns insgesamt um vier Prozent auf 12,2 Mrd. Euro. Das Engagement auf Auslandsmärkten trug damit fast 30 Prozent zum ebenfalls um rund vier Prozent auf 43,4 Mrd. gestiegenen Gesamtumsatzes bei. Auch das vorläufige Ergebnis stieg um 25 Prozent auf 655 Mill. Euro. Die Umsatzrendite im traditionell margenschwachen Handelsgeschäft legte damit auf 2,1 Prozent zu.

Sein besonderes Augenmerk will Rewe-Chef Caparros in diesem Jahr auch auf den weiteren Ausbau des Discounters Penny richten. In Deutschland steht demnach im laufenden Jahr eine Expansionsoffensive bevor. 150 neue Märkte sollen hier hinzukommen. Künftig will Caparros auch verstärkt in eigene Immobilien bei der Standortgewinnung investieren statt die Läden wie bisher vornehmlich anzumieten.

Rewe hat sich bei der Umgestaltung der 1 900 deutschen Penny-Märkte offenbar die Neuausrichtung von Plus zum Vorbild genommen. Die Discount-Tochter der Mülheimer Tengelmann-Gruppe modernisiert seit vergangenem Jahr ihr komplettes Filialnetz. Dort werden Obst- und Gemüse, Molkerei-Produkte und Tiefkühlkost inzwischen proper und ansehnlich präsentiert. Die Motivtapete im Hintergrund verdeckt die früher übliche kahle Betonwand. Beleuchtete Regale taugen sogar zur Präsentation von Produkten sensibler Markenhersteller wie L’Oreal. „Trading-up“ heißt das Konzept, dem inzwischen sogar Aldi, der Vorreiter aller Billigheimer, verfallen ist.

Netto, die Discount-Schiene der Edeka-Gruppe, hält wiederum am eingeschlagenen Weg fest. Man habe das Frische-Konzept in den rund 1 100 Netto-Märkten bereits in den 90er Jahren verwirklicht, sagte eine Edeka-Sprecherin. Insofern bleibe der Discounter von den Bemühungen der Konkurrenz unbeeindruckt. Ein bereinigtes Umsatzwachstum von sechs Prozent spreche Bände, ist man bei Edeka überzeugt.

Rewe-Chef Caparros, der im neuen Vorstandsteam auch für das Discount-Geschäft zuständig ist, will im Wettbewerb mit der Konkurrenz den innovativsten Teilnehmer stellen. Er schmiss zunächst viele unrentable Non-Food-Artikel aus dem Sortiment. Hinzu kommt die internationale Expansion von Penny. Längst ist Tschechien mit jährlich 565 Mill. Euro der umsatzstärkste Ost-Markt. In den dortigen Penny-Läden wird an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 20 Uhr gearbeitet. Und für Rewes Discount-Tochter geht die Reise noch weiter in den Osten: Anfang 2008 ist der Markteintritt in Bulgarien und der Türkei geplant.

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