Expansion trotz Stellenabbau
DHL plant Ausbau des Zustellnetzes

Die Deutsche Post legt ihre Tochterfirmen DHL, Danzas und Euro Express in Deutschland zusammen. Rund 4 000 Arbeitsplätze in Deutschland sind von der Straffung der Konzernstruktur betroffen. Trotz dem Stellenabbau plant die Sparte DHL in den kommenden drei Jahren 1,2 Mrd USD zu investieren, um in den USA ihr Zustellnetz auszubauen oder zu verbessern.

HB NEW YORK . Am Donnestag gab ein Sprecher der Post in Bonn bekannt, dass die Tochterfirmen DHL, Danzas und Euro Express zusammengelegt werden. Davon seien „organisatorisch“ rund 4 000 Arbeitsplätze betroffen. Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung „Die Welt“. Das Vorgehen erfolge aus wirtschaftlichen Gründen und auch kundenorientiert im Zuge des Kostensenkungsprogramms „Star“. Für den Großteil der betroffenen Mitarbeiter werde es andere Arbeitsplätze im Konzern geben, sagte der Sprecher. Inwieweit es zu Kündigungen komme, sei unklar. Unterm Strich würden voraussichtlich insgesamt rund 1 600 Stellen wegfallen. Die Post stimme ihr Vorgehen eng mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ab und habe dazu auch schon eine gemeinsame Vereinbarung getroffen, erläuterte der Sprecher. Bei den drei Unternehmen arbeiten rund 10  000 Beschäftigte. Für die meisten von ihnen gelten nicht die Tarifregelungen der Post. Nach einem Beschäftigungspakt sind bis März 2008 betriebsbedingte Kündigungen für Tarif-Beschäftigte ausgeschlossen. Auch in den vergangenen Jahren hatte die Post keine Entlassungen vorgenommen, sondern Stellenabbau durch natürliche Fluktuation (Kündigung durch Mitarbeiter selbst und Ruhestand) betrieben.

Trotz des Stellenabbaus plant die Sparte DHL in den kommenden drei Jahren 1,2 Mrd USD zu investieren, um in den USA ihr Zustellnetz auszubauen oder zu verbessernEine entsprechende Mitteilung des Unternehmens werde noch am Freitag erwartet, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) am selben Tag. Teil der Expansion von DHL ist nach dem Bericht der Aufbau von 7 regionalen Paketlogistikzentralen innerhalb eines Jahres. Dadurch soll die Kapazität des Zustellgeschäftes um 60 % steigen. Nach 2005 sollen 5 weitere Sortieranlagen entstehen.

Die Zahl der derzeitigen großen Zustellzentren soll sich durch die Maßnahmen in den USA auf 24 verdoppeln. "Wir setzten nur das um, was wir versprochen haben, als wir unsere Expansion in den USA angekündigt haben", sagte der CEO von DHL Americas, John Fellows, der Zeitung. DHL habe bislang in den USA bei den Kunden eine "große positive Resonanz" erfahren, sagte Fellows. Konkrete Zahlen zum Wachstum der Zahl der Auslieferungen wurden nicht genannt.

Die Deutsche Post rechnet für DHL in den USA im kommenden Jahr zumindestens mit dem Erreichen des Breakeven. Der Logistikdienstleister zeigt mit den Investitionen seine Bereitschaft, große Summen in die Hand zu nehmen, um ein Zustellnetz aufzubauen, das sich mit dem der Wettbewerber United Parcel Service Inc und FedEx Corp messen lassen kann, wie die Zeitung berichtet. Der US-Paketmarkt hat ein Volumen von jährlich 48 Mrd USD. Die beiden DHL-Wettbewerber haben derzeit gemeinsam einen Marktanteil von mehr als 70 %, während die Post-Tochter nur auf 6 % kommt.

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