Expansionskurs
Modehändler Inditex forciert das Wachstum

Mit 145 neuen Läden und dem Einstieg in den südkoreanischen und ukrainischen Markt ist die spanische Textilgruppe Inditex weiter auf Expansionskurs. Inditex-Chef Pablo Isla erwartet eine Verkaufssteigerung von vier Prozent. Weltweit wachsen Gewinn und Umsatz des Konzerns, nur der Heimatmarkt Spanien schwächelt.

MADRID. Europas größter Bekleidungseinzelhändler Inditex setzt weiterhin auf Wachstum. Die spanische Textilgruppe, in Deutschland vor allem bekannt durch die Ketten Zara und Massimo Duti, eröffnete im ersten Quartal dieses Jahres 145 neue Läden. Erstmals stieg Inditex auch mit Zara in den südkoreanischen und ukrainischen Markt ein. Insgesamt zählt der Bekleidungsgigant aus Galizien derzeit knapp 3 900 Läden in 70 Ländern.

Vor allem der kräftigen Expansion im Zeitraum Februar bis April hat Inditex ein Gewinnwachstum von zehn Prozent auf 219 Mill. Euro zu verdanken. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um neun Prozent auf 2,2 Mrd. Euro, das geringste Wachstum seit 2001. Zu konstanten Wechselkursen stiegen die Verkäufe um 12 Prozent, "was sowohl auf die Ausweitung der Ladenfläche als auch auf Verkaufssteigerungen bei unveränderter Ladenzahl zurückzuführen ist", heißt es bei Inditex.

Inditex erwartet jedoch eine leichte Belebung seiner Verkäufe im zweiten Quartal. Von Februar bis Anfang Juni stieg der Umsatz um 14 Prozent. "Nach einem schwachen April haben die Verkäufe im zweiten Quartal deutlich zugelegt", weil Richard Chamberlain von JPMorgan Chase&Co.

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage weltweit und insbesondere der Konsumschwäche im Heimatmarkt Spanien, wo Inditex noch fast 40 Prozent seines Umsatzes macht und die Hälfte seiner Läden unterhält, will Firmenchef Amancio Ortega 2008 insgesamt eine Mrd. Euro in etwa 600 neue Läden investieren, zehn Prozent davon in Spanien.

Spanische Konsumenten leiden unter hoher Verschuldung, gestiegenen Zinsen und hoher Inflation. Entsprechend brach das Verkaufsvolumen im Einzelhandel im März um 8,7 Prozent im Jahresvergleich ein, im April unter Berücksichtigung der zusätzlichen Feiertage im Vergleich zu 2007 um 3,4 Prozent. Die spanische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal nur um 0,3 Prozent, erstmals geringer als der Durchschnitt im Euroraum. Für das Gesamtjahr gehen Analysten und Ökonomen von einem Wachstum von weniger als zwei Prozent aus, halb so viel wie im letzten Jahr.

Inditex-CEO Pablo Isla erwartet für das Gesamtjahr 2008 ohne Berücksichtigung der erhöhten Ladenfläche eine Verkaufssteigerung von vier Prozent. Für Mitte Juli ist die Eröffnung eines neuen Formats, der Accessoire-Kette Uterqüe in Madrid, Barcelona und Galizien geplant.

Anne Grüttner ist Handelsblatt-Korrespondentin in Madrid.
Anne Grüttner
Handelsblatt / Korrespondentin
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