Expansionspläne des Discounters
Aldi schielt auf nächstes Euro-Land

Auf seinem Expansionskurs in Europa will sich Aldi nicht nur auf Großbritannien beschränken. Der Discounter prüft nun offenbar auch seine Chancen auf einem weiteren Markt. Konkurrent Lidl hat dort bereits Erfahrung.
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Hunderte neue Filialen plant Aldi in Großbritannien und in den USA, im November wurden sogar Gerüchte über einen Markteintritt in China laut – Deutschlands größter Discounter befindet sich seit Jahren auf Expansionskurs. Jetzt soll nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ auch der italienische Markt ins Visier genommen werden. Die Wachstumsprognosen für 2015 sind positiv, aber auch Konkurrent Lidl kämpft dort bereits um die Spitzenposition.

Der Lebensmitteldiscounter Aldi Süd stelle aktuell umfangreiche Recherchen über den italienischen Lebensmittelmarkt an, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“. Angeblich sei die Übernahme eines lokalen Händlers eine Option, obwohl das nicht der klassischen Aldi-Strategie entspreche. Nach Berichten der Zeitung mehren sich die Hinweise aus der Branche, die für einen baldigen Einstieg sprechen. Allerdings würden die Nachforschungen nach Angaben von Aldi im Rahmen der üblichen Prozesse erfolgen, weil man als internationaler Handelskonzern regelmäßig das Potenzial ausländischer Märkte prüfe. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Konkurrent Lidl ist schon seit den Neunzigerjahren in Italien vertreten, liefert sich mit dem einheimischen Top-Discounter Eurospin einen harten Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft im Discount-Geschäft. Jeweils etwa 3,3 Milliarden Euro Umsatz machen die beiden Unternehmen dort.

Italien ist ein attraktiver Absatzmarkt. Die Anbieter sind wenig konzentriert, auf die Top-5 Händler des Landes entfallen gerade einmal etwa 20 Prozent des Umsatzes im Lebensmitteleinzelhandel. Nach wie vor dominieren kleine Nachbarschaftsläden den Markt. Das sind günstige Voraussetzungen, um mit einem effizienten Discount-System in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern Fuß zu fassen. Der Handelsumsatz wird vom Marktforschungsinstitut Planet Retail auf rund 180 Mrd. Euro taxiert. Mit dem Eintritt in den italienischen Markt würde Aldi nun erneut den deutschen Rivalen Lidl angreifen.

In den USA und in Großbritannien liefern sich die Discounter bereits seit Jahren ein Wettrennen um Marktanteile. 1990 eröffnete Aldi den ersten Markt in Großbritannien, in den kommenden Jahren will das Unternehmen 550 neuen Filialen eröffnen und bis 2022 die Mitarbeiterzahl verdoppeln. In den USA ist der Discounter ebenfalls seit Jahrzehnten vertreten, mehr als 1.300 Filialen wurden bereits aufgebaut. Auf 2.000 Standorte soll dort das Geschäft bis 2018 ausgeweitet werden.

Aber längst nicht alle Investitionen sollen in diese beiden Länder fließen. Im November wurden Gerüchte laut, dass Aldi Süd einen einen Einstieg in den chinesischen Markt prüfe. Auch hier ist bisher keine Entscheidung gefallen. Aldi ist in insgesamt 17 Ländern vertreten, traditionell teilen sich beide Gesellschaften die Auslandsmärkte untereinander auf.

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