Expansionspläne
Supermarktkette Tegut zieht es in den Süden

Zu den Platzhirschen der Branche gehört Tegut nicht. Nun will die Supermarktkette aus Hessen auch in Süddeutschland Läden eröffnen. Und der neue Eigentümer Migros hat mit seiner Errungenschaft noch mehr vor als das.
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FuldaNach der Übernahme durch den Schweizer Handelsriesen Migros will die Supermarktkette Tegut nach Süddeutschland expandieren. „Bayern und Baden-Württemberg - wir wollen uns in diese Richtung ausbreiten. Das entspricht der Logik unserer Wachstumsstrategie“, sagte Tegut-Chef Thomas Gutberlet am Unternehmenssitz im hessischen Fulda.

Noch könne er aber kein detailliertes Konzept nennen, bis wann wo wie viele Filialen öffnen sollen. Klar ist: Die Eidgenossen wollen einen zweistelligen Millionen-Betrag bis 2015 in Tegut investieren. So wollen sie auf dem hartumkämpften deutschen Markt Fuß fassen, mit einem etablierten Marken-Namen.

Der Schweizer Branchenprimus hatte vor kurzem bekanntgegeben, sich die Handelssparte von Tegut zum Jahreswechsel komplett einzuverleiben - dem starken Franken sei Dank. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die „Neue Zürcher Zeitung“ schätzte den Preis für die Übernahme auf bis zu 300 Millionen Franken (knapp 250 Mio Euro). Das Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ geht von bis zu 250 Millionen Franken aus. Am 27. Oktober tagt der Migros-Genossenschafts-Bund, um den Kauf endgültig abzusegnen. Mit kartellrechtlichen Problemen werde nicht gerechnet, sagte Gutberlet.

Dass Migros viel vor hat in Deutschland, kündigten die Eidgenossen bereits bei einem Besuch am Tegut-Unternehmenssitz an. Das Ziel: bundesweite Expansion, von Fulda aus als Deutschland-Zentrale. Der Chef von Migros Zürich, Jörg Blunschi, sagte laut „Fuldaer Zeitung“, jeder Deutsche solle künftig in einem Tegut-Supermarkt einkaufen können.

Auch Marktbeobachter wie Michael Gerling sehen darin ein schlüssiges Szenario. Der Geschäftsführer des Euro-Handelsinstituts EHI in Köln sagte kürzlich der „Frankfurter Rundschau“: „Ein Unternehmen vom Rang einer Migros kommt nicht nach Deutschland, um dauerhaft ein regionaler Anbieter zu bleiben.“

Tegut, benannt nach Firmengründer Theo Gutberlet, setzt indes seine Umstrukturierung fort. „2012 war bereits ein Jahr des Aufräumens“, erklärte Tegut-Chef Thomas Gutberlet. Bis zum Jahresende werden die letzten 30 Märkte, die auf der internen Streichliste stehen, dicht gemacht. Tegut hat dann zunächst noch 280 Filialen.

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