Experten erwarten, dass letztlich die Hedge-Fonds über LSE-Schicksal entscheiden
Nervenkrieg um Londoner Börse

Der Übernahmekampf um die Londoner Börse (LSE) wird sich nach Ansicht von Analysten und Bankern zu einem Nervenkrieg zwischen Hedge-Fonds und der US-Technologiebörse Nasdaq entwickeln. Gestern kletterte der Kurs der LSE-Aktien im Handelsverlauf um 0,7 Prozent auf 13,00 Pfund und lag damit deutlich über dem neuen Angebot von 12,43 Pfund, das die Nasdaq am vergangenen Montag vorgelegt hatte. „Viele Investoren setzen darauf, dass die Nasdaq noch einmal nachlegt“, meint der Manager eines Londoner Hedge-Fonds, der LSE-Aktien hält.

LONDON. Die Nachrichtenagentur Dow Jones meldete in diesem Zusammenhang, dass eine Beteiligungsgesellschaft des US-Geschäftsmanns Samuel Heyman über den Kauf von Derivaten zum zweitgrößten Anteilseigner der LSE aufgestiegen ist. Aus einer Pflichtmitteilung von Heyman Investment Associates vom Dienstag geht hervor, dass den erworbenen Derivaten ein 8,8-prozentiger Anteil an der LSE zu Grunde liegt.

Nach Schätzungen aus Bankenkreisen halten Hedge-Fonds 20 bis 25 Prozent der LSE-Anteile. Da sich die Nasdaq bereits einen Anteil von knapp 29 Prozent an der Londoner Börse gesichert hat, dürfte die Haltung der Hedge-Fonds entscheidend für den Ausgang der Übernahmeschlacht werden.

Die Nasdaq hatte Anfang dieser Woche ein zweites Übernahmeangebot für die LSE abgegeben. Der Preis von 12,43 Pfund stellt nach britischem Recht den Mindestkurs dar, den die Amerikaner nach ihrer ersten gescheiterten Offerte aus dem vergangenen März den Aktionären bieten mussten.

Das LSE-Management unter Führung von Vorstandschefin Clara Furse hat auch das neue Angebot als zu niedrig abgelehnt. Die Nasdaq hat ihre Offerte als „endgültig“ bezeichnet und darf ihr Angebot nur erhöhen, falls die LSE-Führung sich doch noch für eine Übernahme ausspricht oder ein Gegengebot für die Londoner Börse abgegeben wird.

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