Experten loben Strategie
Plus greift Aldi und Lidl im Ausland an

Der zur Mülheimer Handelsgruppe Tengelmann gehörende Markendiscounter Plus setzt zur Aufholjagd gegenüber seinen mächtigen Konkurrenten Aldi und Lidl an.

HB BUKAREST. „Unser Ziel ist es, Anfang 2010 mit mindestens 1 000 Filialen mehr auf dem Markt zu sein als heute“, sagte der Geschäftsführungsvorsitzende Michael Hürter in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Ab sofort werde das Unternehmen jährlich zwischen 400 und 500 Mill. Euro investieren, um das Filialnetz von derzeit 4 025 auf 5 200 Standorte auszubauen.

Wichtiges Standbein für die Expansion wird künftig Rumänien mit seinen rund 22 Mill. Einwohnern sein. Dort gab Hürter jetzt offiziell den Startschuss für die ersten elf Plus-Läden des Landes. Bis Anfang 2010 will er die Zahl auf mindestens 120 erhöhen und dafür insgesamt 200 Mill. Euro investieren. Im kommenden März sollen erste Märkte in Griechenland eröffnet werden. „Wir wollen in den kommenden fünf Jahren unseren Auslandsanteil von derzeit gut 25 Prozent auf 40 Prozent erhöhen“, so Hürter. Langfristig soll Plus zwei Drittel der Umsätze jenseits der Grenze machen. Im gesättigten deutschen Markt seien die Wachstumsaussichten begrenzt.

Wettbewerber wie Aldi und Lidl sind dem Mülheimer Discounter in Sachen Auslandsexpansion allerdings weit voraus. Während Aldi in West- und Nordeuropa, den USA und Australien sein Auslandsgeschäft betreibt und sich seit Oktober auch in der Schweiz versucht, wagt sich Lidl zusätzlich nach Mittel- und Osteuropa. Experten glauben, dass der Neckarsulmer Verfolger dem deutschen Discountkönig Aldi im Ausland bereits den Rang abgelaufen hat. Plus kommt dagegen bislang vergleichsweise langsam voran. Grund: Die Konzernmutter geriet Ende der neunziger Jahre in eine Ertragskrise. Juniorchef Karl-Erivan Haub verordnete der Tengelmann-Gruppe daraufhin ein hartes Sparprogramm und Firmenverkäufe. Expansionspläne legte er vorerst auf Eis.

Seit der geglückten Sanierung zieht der Discounter nun nach. Dabei will sich Tengelmanns Discounter vorzugsweise in Südosteuropa ausbreiten, wo Aldi und Lidl noch fern sind. Allein in Griechenland, Kroatien und Slowenien ist Lidl ebenfalls präsent. Auf dem Balkan stößt Plus ansonsten nur auf Rewe als ernsthaften Wettbewerber.

Vor allem die künftigen EU-Länder Kroatien, Rumänien und Bulgarien gelten in der Branche derzeit als Geheimtipp. „In vielen Bereichen beginnen erst jetzt die Reformen und Modernisierungsprozesse zu greifen“, heißt es in einer Analyse der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA). „In den kommenden zwei bis drei Jahren werden sich in diesen Märkten dynamische Veränderungen vollziehen.“

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