Experten rechnen mit Einbruch des Brillengeschäfts 2004
Fielmann weiter auf Rekordkurs

Europas größte Optikerkette hat im vergangenen Jahr ein zweistelliges Plus bei Umsatz und Gewinn eingefahren und damit zum sechsten Mal in Folge ein Rekordergebnis erreicht. Als Grund für die gute Geschäftsentwicklung nannte Fielmann unter anderem die Gesundheitsreform. Aber auch für das laufende Geschäftsjahr sieht sich der Hamburger Brillenriese gut aufgestellt.

HB HAMBURG. Der Konzernumsatz stieg 2003 um 24 Prozent auf 814 Millionen Euro, der Jahresüberschuss um 56 Prozent auf 70 Millionen Euro, teilte Fielmann am Dienstag in Hamburg mit. Der Brillenkonzern erreichte damit einen Marktanteil von 50 Prozent. Europas größte Optikerkette profitierte Ende 2003 vor allem von vorgezogenen Brillenkäufen der Kunden. Ab 2004 sind Brillen weitgehend von den Kassen-Leistungen ausgenommen, was zu Mitnahmeeffekten Ende des Jahres führte.

Auch langfristig glaubt Fielmann die Folgen der Gesundheitsreform vergleichsweise gut verkraften zu können. „Wir planen, im Durchschnitt der Jahre 2003 und 2004 ein Ergebnis zu erzielen, das deutlich über dem Gewinn des Jahres 2002 liegen wird“, teilte das im MDax gelistete Unternehmen mit. Die vorläufigen Zahlen des ersten Quartals bestätigten diese Prognose. Nähere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht.

Ende vergangenen Jahres hatte die Gesellschaft mitgeteilt, für 2004 auf Grund der zahlreichen vorgezogenen Brilleneinkäufe mit Geschäftseinbußen zu rechnen, sieht sich aber dennoch als möglichen Gewinner im Vergleich zu Konkurrenten. Den erwarteten Absatzrückgang hatte Fielmann damals nicht näher beziffert und darauf verwiesen, dass dies davon abhänge, wie die von einigen Kassen angekündigten Zusatztarife angenommen würden. Mit diesen Angeboten können Versicherte durch die Gesundheitsreform aus den gesetzlichen Katalog herausfallende Leistungen privat absichern.

Experten erwarten nach den Kürzungen der Krankenkassenleistungen in diesem Jahr jedoch einen Einbruch des Brillenmarktes. Nach Angaben von Fielmann rechnet der Zentralverband der Augenoptiker 2004 mit einem Umsatzrückgang von 20 Prozent und mehr als 1 000 Insolvenzen. Das Unternehmen sei aber zuversichtlich, aus der Strukturreform als Gewinner hervorzugehen, hieß es.

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