Exquisite Geschäfte
Luxushersteller im Höhenflug

Für Armani & Co scheint die Wirtschaftskrise überstanden zu sein, die Luxusmarken feiern ihre brillante Wiederauferstehung. Das haben sie vor allem Chinas Reichen zu verdanken - die reißen sich um die Produkte.
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MilanoOb Giorgio Armani, Prada, Ermenegildo Zegna oder Tod's: wer in diesen Wochen die Ergebnisse der großen italienischen Luxusnamen verfolgt, hört immer die gleiche Botschaft: der Luxus boomt weltweit. Vor allem Asien treibt den Umsatz. Insbesondere die Chinesen wollen immer mehr europäische und vor allem italienische Mode. Wachstumszahlen von mehr als 30 Prozent sind in China keine Seltenheit.

Heute hat der Mailänder Modekonzern Giorgio Armani seine Zahlen vorgelegt: ein Plus von mehr als 80 Prozent beim Nettogewinn im vergangenen Jahr auf 161 Millionen Euro. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr weltweit um fast fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. In China sogar um 36 Prozent.

Damit bestätigt Armani den positiven Trend der Luxusbranche. "Das obere Segment registriert eine brillante Rückkehr", stellt Claudia D'Arpizio fest, Partnerin von Bain & Co. und Autorin der jüngsten Studie der der Luxusvereinigung Altagamma. Weltweit wird die Luxusbranche laut der Studie in diesem Jahr in diesem Jahr um mehr als acht Prozent wachsen - in Asien sogar um knapp 16 Prozent.

Die italienische Luxusmarke Ermenegildo Zegna hat das vergangene Jahr mit dem besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Der Hersteller von feinen Stoffen und Anzügen, zu dessen Kunden Ex-US-Präsident Bill Clinton und Spaniens Monarch Juan Carlos gehören, hat mit 953 Millionen Euro ein Fünftel mehr umgesetzt als im Krisenjahr 2009. Den Nettogewinn hat Zegna mehr als verdreifacht auf 60 Millionen Euro.

Auch hier trug China am stärksten zum Wachstum bei. Als erstes Modeunternehmen hat Zegna schon vor 20 Jahren in China investiert - nicht um billig zu produzieren, sondern um den Chinesen die edlen Stoffe des Hauses zu verkaufen. Die Rechnung ging auf: Chinas Reiche reißen sich heute um die feinen Stoffe aus Norditalien.

Dabei sind nicht nur formale Anzüge gefragt. Auch die etwas sportlicheren, aber eleganten Linien laufen in China bestens. "Chinesen kommen nicht immer in Anzug und Krawatte zum Vertragsabschluss" hat der Vorstandsvorsitzende Ermenegildo Zegna in einem Interview mit dem Handelsblatt die anderen Gepflogenheiten einmal erklärt. Schick wollten sie aber trotzdem sein. Zegna will in diesem Jahr weitere 20 Geschäfte eröffnen, die Hälfte davon in China.

Kein Börsengang für Armani

Auch beim italienischen Edelschuh-Hersteller Tod's läuft Asien mit einem Plus von 30 Prozent am besten. Dort erwirtschaftet Tod's heute 18 Prozent seines Umsatzes, Tendenz steigend. Vor allem in China, Taiwan und Korea laufen die Geschäfte nach Angaben des Unternehmens besonders gut. Das vergangene Jahr hat Tod's mit einem Rekordumsatz von 787,5 Millionen abgeschlossen - einem Plus von zehn Prozent. Der Nettogewinn kletterte sogar um 29 Prozent auf 160 Millionen Euro.

Am stärksten ist jedoch Prada in der Asien-Pazifik-Region gewachsen: dort kletterte der Umsatz um zwei Drittel auf 646 Millionen Euro und macht damit mittlerweile fast ein Drittel des Gesamtumsatzes von zwei Milliarden Euro aus. Kein Wunder, dass das Luxusunternehmen im Juni in Hongkong und nicht in Mailand an die Börse gehen will. Prada hofft, dass die Chinesen nicht nur ihre edlen Kleider, sondern auch ihre Aktien kaufen.

Während Prada an die Börse geht, schließt Giorgio Armani, der Gründer und Besitzer des nach ihm benannten Unternehmens in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" einen Börsengang aus. Armani verfügt derzeit nach eigenen Angaben über liquide Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro und braucht daher kein externes Kapital. Auch nicht für die China-Expansion.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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