Fahrdienste
Verwirrspiel um Ubers Expansionspläne

Mitfahren liegt im Trend: Uber widerspricht einem Pressebericht, wonach die Expansion auf dem deutschen Markt gestoppt werden soll. Indes setzt Konkurrent Drive Now auf einen Ausbau seines Deutschlandgeschäfts.
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BerlinDer Mitfahrdienst Uber stoppt einem Magazinbericht zufolge seine Expansion in Deutschland. Ein Angebot über die bisherigen Städte Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf hinaus werde es zunächst nicht geben, sagte ein Sprecher des US-Unternehmens der „Wirtschaftswoche“.

Zudem würden in Städten, in denen Uber nur 35 Cent je Kilometer verlangen dürfe, keine neuen Fahrer angeworben. „Die 35-Cent-Regel erlaubt nur ein begrenzt nachhaltiges Geschäft. Deshalb kann Uber nicht so schnell wachsen, wie es die Nachfrage notwendig machen würde“, zitierte das Magazin den Sprecher.

Kurz nach der Nachricht dementiert der Mitfahrdienst den Magazinbericht: „Uber stellt die Expansion in Deutschland nicht ein. Ebenso wenig gibt es einen generellen Anwerbestopp für Partner-Fahrer“, erklärte ein Uber-Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

Zuvor äußerte sich der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes BZP, Michael Müller, erfreut über den Bericht: „Unsere Rechtsauffassung ist klar und deutlich. Beförderungsleistungen dürfen nicht ohne staatliche Genehmigung und von Fahrpersonal ohne Personenbeförderungsschein erbracht werden“, erklärt er.

Das diene der Qualität und dem Schutz des Kunden. „Wenn Uber nun in den verbleibenden Städten auch keine neuen Fahrer mehr anwerben will, unterstreicht das offenbar, dass das Unternehmen erkannt hat, wie wirtschaftlich kompliziert die Lage auf dem Beförderungsmarkt ist - nicht zuletzt auch durch die Einführung des Mindestlohns.“

Der Carsharing-Anbieter Drive Now plant hingegen den Ausbau seines Geschäfts außerhalb Deutschlands. „Unser Wachstum liegt im Ausland“, sagte der Geschäftsführer des Gemeinschaftsunternehmens von BMW und Sixt, Nico Gabriel, der „Wirtschaftswoche“. In Europa wolle man „in bis zu 15 Städte expandieren“ und in Nordamerika „in zehn Städten an den Start gehen“. Genau die gleichen Zahlen hatte bereits im Sommer BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson als Ziele für das Joint Venture ausgerufen. Gabriel zufolge wird die Kurzzeitvermietung in Deutschland dagegen zunächst nicht in weiteren Städten angeboten. Auf dem Heimatmarkt ist Drive Now mit 2350 Autos in fünf Städten vertreten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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