Fahrplanchaos Bahnchef Grube bricht Urlaub für Spitzengespräch ab

Rüdiger Grube will sich persönlich um das Fahrplanchaos in Mainz kümmern und kommt aus dem Urlaub zurück. Am Montag verschärfte sich die Situation nochmals – und auch andere Regionen stehen vor Problemen.
Update: 12.08.2013 - 21:26 Uhr 10 Kommentare
Rüdiger Grube: Der Bahnchef kehrt wegen des Chaos in Mainz vorzeitig aus dem Urlaub zurück. Quelle: dpa

Rüdiger Grube: Der Bahnchef kehrt wegen des Chaos in Mainz vorzeitig aus dem Urlaub zurück.

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Berlin/MainzBahnchef Rüdiger Grube bricht seinen Urlaub wegen des Personalmangels im Mainzer Stellwerk ab. Er wolle sich persönlich um die Probleme kümmern, hieß es am Montag aus Bahnkreisen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, will Grube am Mittwoch in Frankfurt an einem Spitzengespräch mit Personalmanagern der Bahn und der Führung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) teilnehmen. Bereits einen Tag zuvor gibt es einen Bahn-Gipfel zu den Problemen in Mainz.

Der Chef der Netztochter, Frank Sennhenn, deutete für Dienstag eine Lösung für das dortige Stellwerk an. Weil dort nicht genügend Fahrdienstleiter eingesetzt werden können, werden Züge umgeleitet oder sogar gestrichen.

Die Bundesregierung erhöhte den Druck auf die Bahn. „Das muss ein Ende haben“, sagte eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Berlin.

Am Mainzer Hauptbahnhof verschlimmerte sich jedoch die Situation für Reisende am Montag nochmals: Auch tagsüber fielen Züge aus oder wurden umgeleitet. Tausende Pendler im ganzen Rhein-Main-Gebiet sind davon betroffen. In dieser Woche gilt für Regionalzüge Stunden- statt Halbstundentakt, nur wenige Fernzüge halten im Hauptbahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Die Bahn räumte Personalnot auch in anderen Stellwerken ein.

Die „Bild“-Zeitung zitierte aus einer E-Mail Grubes von Montag an seine Mitarbeiter. Darin heiße es: „Aus diesem Grund habe ich meinen Urlaub abgesagt, um gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen und den Kollegen der DB Netz AG aktiv an Lösungen zu arbeiten.“ Es gehe darum, eine Lösung für „die Situation am Stellwerk in Mainz“ zu finden. „Eine Verkettung von unglücklichen und teils ärgerlichen Umständen hat zu einer breiten Debatte über unser Unternehmen geführt“. Der Eindruck, „wir Eisenbahner wären nicht zur Stelle, wenn es einmal eng wird“, sei falsch.

Die Bahn gestand weitere Sorgen in ganz Deutschland ein. „Wir haben bundesweit eine angespannte Situation, das ist richtig“, sagte Sennhenn im ARD-Morgenmagazin. „Wir sind dabei, alle Stellwerke, bei denen wir ähnlich kritische Situationen haben, nach Kräften abzusichern.“

„Peter Ramsauer hat durchgehend versagt“
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10 Kommentare zu "Fahrplanchaos: Bahnchef Grube bricht Urlaub für Spitzengespräch ab"

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  • Ich verstehe diesen Artikel irgendwie nicht.
    Ziehen hier bei uns nicht jeden Monat tausende "Fachkräfte" ein?
    Da werden doch wohl welche dabei sein, die so ein bißchen Stellwerk bedienen können, oder nich?
    "Ey Alta, was du wolle? Hä? Müsse machen da Knopf! Drücke kommen Zug! Boah ey Alta! Du nix wissen. Iche machen jetzte! Kapitsche Alta?"

  • Der Zustand der Infrastruktur geht bis in den angeblich Verbotenen Generalsstreik.

    Der Verbotene Generalstreik ist ja auch nur ein Demokratie-Witz.In einer funktionierenden Demokratie braucht es kein Generalstreik aber die Möglichkeit dazu.

  • Ramsauer ist momentan damit beschäftigt das Gesetz für die Fahrradbeleuchtung zu ändern. Er hat inzwischen mitbekommen, dass es auch Akkuleuchten gibt. Diese aber nicht zulässig sind, da laut altem Gesetz das Fahrrad einen Dynamo braucht.
    Der Mann ist also fleißig und hat für so einen Quatsch wie sicheren Bahnverkehr wirklich keine Zeit.
    Vielleicht stellt aber Frau Merkel den Bahnbetrieb ein, so wie sie die Atomkraftwerke über Nacht abschalten hat lassen.

  • Man ist geneigt, Ihnen zuzustimmen. Wenn jedoch die personelle Ressourcen nicht da sind, dann erübrigt sich eine Planung.

    Dem Vernehmen nach soll das Chaos über den laufenden Monat hinaus anhalten, sich sogar noch verschärfen und möglicherweise über den laufenden Monat hinaus anhalten. Derartige Meldungen passen dann einfach nicht dazu, dass das Chaos aufgrund "störrischer" Mitarbeiter entstanden sei. Es ist auch nicht damit getan, einen Vorstand zu feuern.

    Die Thematik, Bahnleistungen bundesweit zur Verfügung zu stellen und im Rahmen des möglichen zu garantieren, ist nicht die Verantwortung eines kleinen Vorstandes. Bei Gefährdung dieses Auftrags ist es die Verantwortung des Vorsitzenden und der Aufsichtsrat als Aufsicht gefordert. Eine Personalplanung, die weder Krankheit noch Urlaub berücksichtigt, kann keine Personalplanung darstellen.

    Es ist absolut unglaubwürdig, wenn Vorsitzender und Aufsichtsrat von diesen grundsätzlichen Problemen nichts gewusst und nichts erfahren hätten. In einem solchen Fall ist deren Rausschmiss ebenso gefordert wie den des Bundesverteidigungsministers in dessen Fall. Es ist ihre Aufgabe und es muss auch ihr Anspruch sein, den Informationsfluss so zu organisieren, dass sie darüber verantwortlich informiert sind, was "unter" ihnen geschieht.

    Es darf nur noch der dafür zuständig sein, der dafür verantwortlich ist. Wer nicht verantwortlich ist, gehört nicht auf den jeweiligen Platz.

    Ein einfaches Prinzip, das automatisch zu Störungen führt, wenn es nicht beachtet wird. Es sitzen einfach eindeutig zu viele auf den falschen Sesseln und streichen Diäten und später denn Pensionen ein, die ihnen nicht zustehen.

    Wir dürfen nicht zu sehr auf griechische Verhältnisse schauen, wenn es bei uns nicht anders ist.

  • Nett verblödet. Wir modernisieren die Stellwerke nicht. Aber das Personal, das wir nicht mehr brauchen, falls wir die Modernisierung jemals bezahlen können, bauen wir vorsorglich schon mal ab. Ich weiß nicht, wie viele Fahrdienstleiter/innen die Bahn aktuell hat. Sechshundert (!) Neueinstellung sprechen aber dafür, dass 20 % personelle Unterbesetzung Realität sein könnten, also 2.400 Mitarbeiter bei 3.000 erforderlichen Planstellen. Dies als grobe Schätzung, welche Dimension das Problem haben könnte. Und dann schauen Sie mal zu, wie sie es trotzdem hinkriegen. Eigentlich müsste das Eisenbahnbundes-amt wegen der Gefährdung des Betriebsablaufs und der Rei-senden durch die personelle Auszehrung Teilbereiche des Bahnverkehrs VERBIETEN. Wenn einfach Teilbereiche des Regionalverkehrs wegen der nicht mehr gewährleisteten Sicherheit unterbunden werden, wacht vielleicht auch Ramsauer und der Rest der Bundesregierung auf.Deutschland wird durch die Politik zerstört und unregierbar. Die Bahn ist Teil des Problems.

  • Es ist nicht nur bei der Bahn so. Gewinnoptimierung heißt das Zauberwort. So wenig Personal wie möglich. Und schon fährt alles gegen die Wand.
    Die verbliebenen Kräfte dürfen nicht krank werden oder in den Urlaub fahren, müssen Arbeiten von anderen mitmachen.
    Ausbeutung pur.

  • Im Sommer und generell beim Zeiten fuer Ernte->Einsaezeist die Rate der Krankmeldungen bei Bahn, Post, BW, Oeffentlichen Dienst ueberproportional hoch !
    auch bei grossen Firmen ist das so !

  • das ganze riecht doch nach Machtprobe zwischen Betriebsrat und Bahn. In einem wirklich privaten Unternehmen wird der Urlaub generell sorgsamer geplant und, wenn Not am Mann ist, auch schon mal gestrichen. Gegen Entschädigung versteht sich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Stellwerk ist, so vermute ich, der gefährlichste Job den die Bahn zu vergeben hat.
    Ein einziger Fehler und es wird blutig, keine zweite Chance. Die Züge krachen ineinander.
    Und diese Leute werden überlastet? Unausgeruht aus dem dringend benötigtem Urlaub gezerrt nur um beim ersten Fehler mit x Toten am Hals auch noch in den Knast zu wandern? Da gehören die dies verursachenden Manager und die solchen Dreck vorschlagenden Politiker hin!
    Dann bleibt der Bahnhof eben unterversorgt, lieber nicht fahren denn als zerfetzte Leiche ankommen.

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