Fahrplanchaos
Bahnchef Grube bricht Urlaub für Spitzengespräch ab

Rüdiger Grube will sich persönlich um das Fahrplanchaos in Mainz kümmern und kommt aus dem Urlaub zurück. Am Montag verschärfte sich die Situation nochmals – und auch andere Regionen stehen vor Problemen.
  • 10

Berlin/MainzBahnchef Rüdiger Grube bricht seinen Urlaub wegen des Personalmangels im Mainzer Stellwerk ab. Er wolle sich persönlich um die Probleme kümmern, hieß es am Montag aus Bahnkreisen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, will Grube am Mittwoch in Frankfurt an einem Spitzengespräch mit Personalmanagern der Bahn und der Führung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) teilnehmen. Bereits einen Tag zuvor gibt es einen Bahn-Gipfel zu den Problemen in Mainz.

Der Chef der Netztochter, Frank Sennhenn, deutete für Dienstag eine Lösung für das dortige Stellwerk an. Weil dort nicht genügend Fahrdienstleiter eingesetzt werden können, werden Züge umgeleitet oder sogar gestrichen.

Die Bundesregierung erhöhte den Druck auf die Bahn. „Das muss ein Ende haben“, sagte eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Berlin.

Am Mainzer Hauptbahnhof verschlimmerte sich jedoch die Situation für Reisende am Montag nochmals: Auch tagsüber fielen Züge aus oder wurden umgeleitet. Tausende Pendler im ganzen Rhein-Main-Gebiet sind davon betroffen. In dieser Woche gilt für Regionalzüge Stunden- statt Halbstundentakt, nur wenige Fernzüge halten im Hauptbahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Die Bahn räumte Personalnot auch in anderen Stellwerken ein.

Die „Bild“-Zeitung zitierte aus einer E-Mail Grubes von Montag an seine Mitarbeiter. Darin heiße es: „Aus diesem Grund habe ich meinen Urlaub abgesagt, um gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen und den Kollegen der DB Netz AG aktiv an Lösungen zu arbeiten.“ Es gehe darum, eine Lösung für „die Situation am Stellwerk in Mainz“ zu finden. „Eine Verkettung von unglücklichen und teils ärgerlichen Umständen hat zu einer breiten Debatte über unser Unternehmen geführt“. Der Eindruck, „wir Eisenbahner wären nicht zur Stelle, wenn es einmal eng wird“, sei falsch.

Die Bahn gestand weitere Sorgen in ganz Deutschland ein. „Wir haben bundesweit eine angespannte Situation, das ist richtig“, sagte Sennhenn im ARD-Morgenmagazin. „Wir sind dabei, alle Stellwerke, bei denen wir ähnlich kritische Situationen haben, nach Kräften abzusichern.“

Seite 1:

Bahnchef Grube bricht Urlaub für Spitzengespräch ab

Seite 2:

„Peter Ramsauer hat durchgehend versagt“

Kommentare zu " Fahrplanchaos: Bahnchef Grube bricht Urlaub für Spitzengespräch ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich verstehe diesen Artikel irgendwie nicht.
    Ziehen hier bei uns nicht jeden Monat tausende "Fachkräfte" ein?
    Da werden doch wohl welche dabei sein, die so ein bißchen Stellwerk bedienen können, oder nich?
    "Ey Alta, was du wolle? Hä? Müsse machen da Knopf! Drücke kommen Zug! Boah ey Alta! Du nix wissen. Iche machen jetzte! Kapitsche Alta?"

  • Der Zustand der Infrastruktur geht bis in den angeblich Verbotenen Generalsstreik.

    Der Verbotene Generalstreik ist ja auch nur ein Demokratie-Witz.In einer funktionierenden Demokratie braucht es kein Generalstreik aber die Möglichkeit dazu.

  • Ramsauer ist momentan damit beschäftigt das Gesetz für die Fahrradbeleuchtung zu ändern. Er hat inzwischen mitbekommen, dass es auch Akkuleuchten gibt. Diese aber nicht zulässig sind, da laut altem Gesetz das Fahrrad einen Dynamo braucht.
    Der Mann ist also fleißig und hat für so einen Quatsch wie sicheren Bahnverkehr wirklich keine Zeit.
    Vielleicht stellt aber Frau Merkel den Bahnbetrieb ein, so wie sie die Atomkraftwerke über Nacht abschalten hat lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%