Fahrradhersteller Mifa: Insolvenz in Eigenverwaltung ist gescheitert

Fahrradhersteller Mifa
Insolvenz in Eigenverwaltung ist gescheitert

Die angestrebte Sanierung des Fahrradherstellers Mifa ist vorerst gescheitert – zugesagte Kredite blieben aus. Nun müssen ein reguläres Insolvenzverfahren eingeleitet und die Belegschaft verkleinert werden.
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MagdeburgDie Zukunft des traditionsreichen Fahrradherstellers Mifa und seiner rund 530 Arbeitsplätze ist unsicherer den je. Der Versuch, die Firma in Eigenverwaltung zu sanieren, sei gescheitert, teilte der neue Geschäftsführer Joachim Voigt-Salus am Mittwoch in Sangerhausen mit. Stattdessen müsse ein reguläres Insolvenzverfahren eingeleitet werden, um den Betrieb weiterführen zu können. Die Belegschaft müsse wahrscheinlich verkleinert werden, er wolle Mifa aber dennoch erhalten. Die Löhne sind vorerst bis zum 1. März über Insolvenzgeld abgesichert.

Grund für den Rückschlag: Die Gesellschafter um die Familie von Nathusius hätten ihre Zusage für dringend nötige Massekredite in Höhe von fünf Millionen Euro am Wochenende zurückgezogen, sagte Voigt-Salus. Nun fehlt das Geld, um dringend benötigte Teile zu bestellen. Lieferfristen mit Großkunden könnten nicht mehr eingehalten werden. Einige Kunden, vor allem jene mit strengen Lieferverträgen im Discounthandel, werden nach Einschätzung von Voigt-Salus verloren gehen. „Das ist für Mifa ein ganz schwerer Schlag, aber ein Schlag, den wir verkraften werden.“

Dennoch spitzen sich die existenziellen Schwierigkeiten des traditionsreichen Unternehmens damit weiter zu. Erst vor zwei Jahren war Mifa aus der Insolvenz gerettet worden. Die Unternehmerfamilie von Nathusius, der auch der Autozulieferer Ifa Rotorion in Haldensleben gehört, hatte die Firma übernommen. Zuletzt baute Mifa ein neues Werk am Stadtrand für 17 Millionen Euro. Kurz vor der Insolvenz hatte das Unternehmen mit dem Umzug begonnen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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