Familienfreundliche Unternehmen: Firmen umsorgen Mamas und Papas

Familienfreundliche Unternehmen
Firmen umsorgen Mamas und Papas

Politiker aller großen Parteien streiten über die bessere Betreuung von Kindern, damit Mütter und Väter wieder in den Beruf einsteigen können. In vielen Firmen löst die Diskussion Kopfschütteln aus. Denn die Unternehmen sind schon einen Schritt weiter: Sie haben erkannt, dass Kinderbetreuung mehr als soziale Großzügigkeit ist. Sie rechnet sich.

HB DÜSSELDORF „Wenn es die gute Kinderbetreuung nicht gäbe, wäre ich nicht mehr bei McKinsey. Und das, obwohl diese Firma mein Traum-Arbeitgeber ist“, sagt Carine Beer. Als Unternehmensberaterin ist die Mutter von zwei Kindern eine jener weiblichen hochqualifizierten Fachkräfte, die Bundesfamilienministerin von der Leyen mit ihrer Kita-Offensive auf dem Arbeitsmarkt halten will. Inhalt des Vorstoßes der Unionspolitikerin: Die siebenfache Mutter will bundesweit 500 000 neue Betreuungsplätze schaffen.

Carine Beer hat es auch ohne die Hilfe der Politik geschafft, Familie und Beruf zu vereinbaren. Während die 35-Jährige Teilzeit arbeitet, besucht ihre 19 Monate alte Tochter Caroline die Betriebskita von McKinsey in München. Diese Situation ist nach wie vor selten in Deutschland: Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft hatten im Jahr 2006 bundesweit nur rund 3,5 Prozent der Betriebe einen eigenen Kindergarten. Den leisten sich vor allem große Unternehmen: BASF, Airbus oder die Commerzbank, um nur einige zu nennen.

So betreibt etwa BASF an seinem Hauptsitz in Ludwigshafen zwei Kindergärten mit insgesamt 60 Plätzen. Angesichts einer Zahl von 48 000 BASF-Beschäftigten in Deutschland ist das aber ein Tropfen auf den heißen Stein. „Die Mitarbeiter reißen sich um die Plätze“, sagt Rainer Grüning, bei dem Chemiekonzern zuständig für die Vereinbarkeit von Job und Familie .

Betreuungsplätze für Kleinkinder sind bundesweit knapp – sowohl in staatlichen, als auch in privaten Einrichtungen. Das wissen Mütter und Väter nicht erst seit von der Leyens Kita-Vorstoß. Die geringe Zahl der Einrichtungen ist dabei nicht das einzige Problem. Nicht nur DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun stört sich an den unflexiblen Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen: Zwar hätten 70 Prozent der Kindertagesstätten vor 7.30 Uhr geöffnet, jedoch nur 5 Prozent nach 18 Uhr. Mütter und Väter, die auch Samstag arbeiteten, hätten so gut wie keine Chancen, ihre Sprösslinge betreuen zu lassen, sagt Braun.

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