Fashion Week in Berlin
Die Krux mit der Nebenbei-Generation

Zwei Trends stellen die Modebranche vor eine Herausforderung: Die Kurzlebigkeit von Trends und der gleichzeitige Kundenwunsch nach Transparenz und Nachhaltigkeit. Wie die Modemarken reagieren können. Ein Kommentar.
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BerlinDie Modemacher haben es momentan nicht leicht: Es kommen immer weniger Kunden in die Städte. Die Margen sinken, weil die Preise online- und offline immer früher fallen. Und die Modetrends wechseln immer schneller.

Vor allem junge Kunden machen es den Modemarken und -ketten schwer, ihre Kleidung, Taschen und Accessoires zu verkaufen. Die „Nebenbei-Generation“ lässt sich schwer langfristig für etwas begeistern. Sie hat vor allem ihr Smartphone ständig im Blick und im Griff. Beim Shoppen vergehen kaum ein paar Minuten, in denen die Kunden nicht schnell noch einmal aufs Display schauen und ein paar Sätze facebooken, whatsappen oder instagrammen.

Wenn junge Leute schon bei Konzerten, Ausstellungen und im Kino sich kaum einmal ein bis zwei Stunden auf ein Ereignis wirklich konzentrieren können (oder wollen), wie schwer ist es dann für die Modebranche. Sie konkurriert mit dem ständigen Datenaustausch von Wichtigem und  Banalem per Smartphone. Da ist es schwer, ein länger anhaltendes Interesse für ein neues Kleid, ein T-Shirt oder ein Paar Schuhe zu wecken oder gar zu halten.

Das Paradoxe ist nur, dass die selben Kunden gleichzeitig mehr Tiefe, Transparenz und Nachhaltigkeit von der Mode-Industrie verlangen – was ja auch richtig ist. Doch diese Nachhaltigkeit ist nicht mal eben nebenbei zu erreichen. Sie setzt viel langfristige Planung, Auseinandersetzungen mit Lieferanten und Unterlieferanten und einen sorgsamen Umgang mit den weltweiten Ressourcen voraus.

Es ist wohl an der Zeit, sich wieder mehr aufs Langfristige und Wesentliche zu konzentrieren. Das gilt für die Kunden genauso wie für die gesamte, manchmal allzu hektisch reagierende Modeindustrie!

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