Fashionsparkle
Wie junge Modemacher die Branche revolutionieren

Jungdesigner und Technologiefirmen wollen die Modewelt mit neuen Ideen aufmischen. Noch fehlen ihnen dafür üppiges Kapital und gute Kontakte. Doch zahlreiche Plattformen versuchen, ihnen den Start zu erleichtern.

BerlinDie zierliche Frau hat große Pläne für ihre Mode – vor allem was den Vertrieb betrifft. „Meine Kollektion passt in Häuser wie Galeries Lafayette oder Breuninger“, sagt Lena Man. Die Jungdesignerin entwirft Kleider und Oberteile in schlichter, fließender Optik. Doch auch derbe Lederjacken mit aufgesetzten Schnallen sind Stücke der Kollektion.

Lena Man ist 28 Jahre alt, stammt gebürtig aus der Ukraine. Neben ihrem Jurastudium hat sie als Model gearbeitet. Nun hat die Quereinsteigerin ihre Entwürfe einer Jury im Soho-Haus in Berlin gezeigt. Und die Modekenner waren so angetan, dass sie Man mit dem „Sparkle Award“ ausgezeichnet haben. Der Gewinn ist ein Treffen mit drei Investoren und die Teilnahme an einem Workshop zum Thema Vertrieb. Damit ihre Mode künftig vielleicht auch einmal in den Edelkaufhäusern Europas an den Kleiderständern hängt. Nun hofft die Modeschöpferin auf das nötige Kapital und auf wichtige Kontakte aus der Branche.

Das junge Talent gehört wie „Schuhleister“, „Phizzard“ und „Dress and Friends“ zu den Start-ups, die von der Düsseldorfer Plattform „Fashionsparkle“ entdeckt worden sind.

„Viele Start-ups unterschätzen die betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und Marketingprobleme beim Marktstart“, sagt Judith Behmer, Gründerin und Geschäftsführerin von „Fashionsparkle“. Sie sucht mit ihrem Team Newcomer, wie sie sagt, nach den Kriterien Innovation, wirtschaftliche Erfolgschancen und den Modeanspruch aus. Selbst verbindet Behmer die wirtschaftliche wie gestalterische Sphäre miteinander: Sie hat sowohl Design als auch Betriebswirtschaftslehre studiert. Zudem hat sie eigene Start-up-Erfahrung in der Modebranche gesammelt und hat junge Unternehmen im Inkubator der Deutschen Telekom betreut.

„Fashionsparkle“ aus Düsseldorf gehört zu der wachsenden Zahl an Initiativen, die den Nachwuchs unter den deutschen Modedesignern fördern sollen. So hatte auch Christiane Arp, Chefredakteurin der deutschen „Vogue“, mit anderen das „Fashion Council Germany“ (FCG) in Berlin gegründet. Darüber hinaus hat sie den „Berliner Modesalon“ ins Leben gerufen, zu dessen Partnern unter anderem das KaDeWe zählt. Im Edelkaufhaus können neue Talente ihre Mode einige Wochen lang verkaufen. „Eine engere Zusammenarbeit mit dem Handel ist essentiell, damit ’Mode designed in Germany’ langfristig erfolgreich sein kann“, sagt Arp.

Das Start-up Fashionsparkle will nicht nur Jungdesigner, sondern auch „innovative Konzepte, die einen klaren, greifbaren Mehrwert für die Textil- und Bekleidungsindustrie und den Handel bieten“, fördern, sagt und Geschäftsführerin Behmer. Deshalb reist sie mit ihrem Team nach der Berliner „Fashion Week“ noch zu drei weiteren Ordertagen der Modebranche: nach Düsseldorf, Hamburg und München. Dort will sie jeweils sechs Start-ups auf den Veranstaltungen präsentieren.

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