Feindliche Übernahmeofferte: Kartellbehörde ist gegen Endesa-Übernahme

Feindliche Übernahmeofferte
Kartellbehörde ist gegen Endesa-Übernahme

Der spanische Energiekonzern Gas Natural hat bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Endesa einen Dämpfer bekommen. Die Kartellbehörde des Landes lehnt den Zusammenschluss ab. Die Regierung deutete an, die Übernahme dennoch zu genehmigen.

juf DÜSSELDORF/MADRID. „Es gibt genügend Beispiele, in denen die Regierung eine Fusion entgegen der Empfehlung der Wettbewerbsbehörde gebilligt hat“, sagte ein Sprecher, „wir werden die Interessen der spanischen Wirtschaft in einem für uns strategischen Sektor verteidigen.“

Gas Natural, Spaniens größter Gaskonzern, hat Endesa, der Nummer eins auf dem Strommarkt, Anfang September eine feindliche Übernahmeofferte im Volumen von 22,6 Mrd. Euro unterbreitet. Das Unternehmen will durch die Fusion einen Strom- und Gasriesen schaffen, der rund 24 Mrd. Euro umsetzt und 20 Mill. Kunden versorgt. Endesa wehrt sich vehement, wirbt bei Investoren um Unterstützung, und hat auf eine Blockade durch die Wettbewerbshüter gehofft.

Anfang Dezember billigte die Regulierungsbehörde für den Energiemarkt die Transaktion unter Auflagen. Die nationale Kartellbehörde äußerte dagegen jetzt schwerwiegende Bedenken gegen den Zusammenschluss. Beide Empfehlungen sind für die Regierung aber nicht bindend. Die Kartellbehörde wird nun ihren Bericht an den Finanzminister übersenden, der dann dem Kabinett eine eigene Empfehlung abgeben wird. Innerhalb eines Monats soll die Entscheidung fallen.

Das Urteil über die geplante Übernahme wird nun endgültig zu einem Politikum. Während die spanische Regierung schon früh ihre Unterstützung für Gas Natural signalisierte, haben sich Vertreter der Opposition vehement gegen den Zusammenschluss ausgesprochen.

Nach Angaben des Regierungssprechers wird die Spitze der Kartellbehörde noch von Mitgliedern dominiert, die die ehemalige Regierung bestellt hat. Er betonte, dass sich die Wettbewerbshüter über eine Empfehlung ihrer eigenen Referenten hinweg gesetzt hätten, die den Zusammenschluss positiv gesehen hätten.

Die Aktien von Endesa gaben gestern nur leicht nach. Analysten betonten, dies sei zwar der erste wirkliche Rückschlag für Gas Natural. Sie zeigten sich aber dennoch von einem Erfolg der Offerte überzeugt.

Eine entscheidende Hürde hat der Konzern bereits genommen. Die EU-Kommission sieht den Zusammenschluss zwar kritisch, sieht sich für die Prüfung aber nicht zuständig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%