Feldbetten und Spielzeug
Unternehmen rüsten sich für Lotsenstreik

Mit Mann und Maus im Einsatz: Deutsche Unternehmen bereiteten sich auf das drohende Chaos durch einen Fluglotsenstreik vor. Ein Gericht könnte ihn ganz knapp in letzter Minute abwenden.
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DüsseldorfNoch hat das Frankfurter Arbeitsgericht nicht entschieden, ob der Streik der Fluglotsen rechtens ist. Deutsche Unternehmen haben sich sicherheitshalber auf den Fall der Fälle vorbereitet: Während die Airlines an Ersatzflugplänen für die angedrohte Streikzeit am Donnerstag ab 06.00 Uhr feilen, organisieren die Flughäfen zusätzliches Personal und Versorgungsmaterial.

Hilfreich seien die Erfahrungen aus der Zeit der isländischen Aschewolke aus dem Vorjahr gewesen, wie ein Verantwortlicher in Frankfurt berichtete. Die Passagiere wurden aufgefordert, sich bei ihren Fluggesellschaften über mögliche Flugverlegungen und Alternativen zu erkundigen.

Auch die großen Autovermieter und die Deutsche Bahn treffen Vorkehrungen für Streik: An den Flughäfen würden mehr Fahrzeuge als sonst üblich vorgehalten, teilten die Hertz und Avis mit. Erfahrungen von anderen Streiks zeigten jedoch, dass sich Reisende gut auf solche Situationen einstellten. Da in der Urlaubszeit weniger Geschäftsreisende unterwegs seien, stünden ohnehin mehr Mietwagen zur Verfügung, sagte ein Sprecher von Sixt.

Auch die Bahn ist vorbereitet

Bei der Deutschen Bahn laufen ebenfalls die Vorbereitungen für einen Streik der Fluglotsen. „Wir beobachten das genau und führen Gespräche mit den Fluglinien“, sagte ein Bahnsprecher. Sollte tatsächlich gestreikt werden, setze die Bahn alle zur Verfügung stehenden Züge ein.

Die Vorbereitungen mussten unabhängig vom Verfahren beginnen, das am Arbeitsgericht in Frankfurt stattfindet. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte eine einstweilige Verfügung gegen den von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) beschlossenen Streik beantragt. Als letzten Trumpf zur Verhinderung des Arbeitskampfes hatte die DFS zudem die Möglichkeit, die Schlichtung auszurufen und damit eine sofortige Friedenspflicht auszulösen. Die GdF hatte das Unternehmen mehrfach zu diesem Schritt aufgefordert. Zuvor sollte das Arbeitsgericht aber noch klären, ob rechtlich unzulässige Dinge gefordert wurden, wie die DFS-Geschäftsführung annimmt.

Die Fluglotsen drohten mit einem sechsstündigen Streik am Donnerstagvormittag. Bei einem Streik wollten sie lediglich einen Notdienst aufrechterhalten, so dass tausende Flugverbindungen auszufallen drohten. Die Lotsen und andere Tarifbeschäftigte der DFS wollen ihre Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Geld, aber vor allem nach mehr Einfluss im Unternehmen durchsetzen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warnte vor einem Streik „auf dem Rücken vieler Urlauber“.

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