Ferienhotels steigen aus dem Accor-Verbund aus
Dorint sucht Wege aus der Dauerkrise

Die seit Jahren angeschlagene Dorint-Hotelgruppe kommt nicht aus der Krise. Nach erneut tiefroten Zahlen im Geschäftsjahr 2004 müssen sich Aktionäre und die in Fondsgesellschaften vereinten Verpächter der Hotelimmobilien auf weitere Einschnitte gefasst machen. Auch die Zusammenarbeit mit dem französischen Hotel- und Touristikriesen Accor, der etwa 30 Prozent der Aktien hält, hat die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllt.

ek MÜNCHEN. Auf der Hauptversammlung in München ließ sich der Vorstand eine Veränderung des Managementvertrages mit Accor absegnen. Seit zwei Jahren betreibt der 2002 in das insolvenzbedrohte Unternehmen eingestiegene größte Dorint-Aktionär sämtliche 95 Dorint-Hotels. Nun sollen die 16 Urlaubs- und Wellnesshotels, die vorwiegend von deutschen Gästen genutzt werden, unter der Marke „Verwöhnhotels“ wieder in eigener Regie geführt werden.

Es habe sich gezeigt, dass die erhofften Synergien mit den Vier- und Fünf-Sterne-Marken von Accor (Novotel, Mercure, Sofitel) für das Segment der Ferienhotels ausblieben, sagte Dorint-Chef Michael Theim.

Auch die Zusammenführung der Accor- und Dorint-Hotels im Business- und Tagungsbereich unter gemeinsamen Markennamen (z. B. Dorint-Sofitel und Dorint-Novotel) habe „mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant“, sagte Theim. Zudem seien Fehler bei der Einordnung der Häuser unter den neuen Marken gemacht worden. Das habe Gäste verunsichert und sei nur durch Preiszugeständnisse wett zu machen.

Der Konzern habe die selbst gesteckten Ziele 2004 nicht erreicht, gestand Theim weiter ein. Auch in der ersten Hälfte dieses Jahres sei das Geschäft hinter den Erwartungen geblieben. Wettbewerbsdruck und Konsumflaute machten der stark „deutschlandlastigen“ Kette das Leben weiter schwer.

So erwirtschaftete die Dorint AG, in der die deutschen Pachtbetriebe zusammengefasst sind, bei leicht gestiegenem Umsatz von 411,8 (Vj. 391,3) Mill. Euro einen Verlust von 27,7 (-29,1) Mill. Euro. Das Konzernergebnis (einschließlich der ausländischen Betriebe) zeigt 31,8 (34,4) Mill. Euro Verlust. Dabei war das Ergebnis noch positiv beeinflusst durch den Einmaleffekt von Pachtreduzierungen, zu denen sich ein Teil der Verpächter bereit erklärt hatte.

Um das Überleben zu sichern, ließ sich Dorint eine weitere Kapitalerhöhung genehmigen. Zudem verhandelt das Management mit den Hoteleigentümern über ein neues Vergütungssystem. Teile der bisherigen festen Pachten sollen variabel am Umsatz orientiert werden, sagt Finanzvorstand Jochen Dobel. Sollte die Mehrheit der Verpächter mitspielen, werde Accor das neue Business-Modell bis 2009 mit Garantieleistungen über die tatsächlich erwirtschaften Betriebsführungsergebnisse hinaus stützen.

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