Fernbusse Fahrermangel bedroht Bus-Boom

Stagnation am Fernbusmarkt? Einem Zeitungsbericht zufolge könnte der akute Mangel an Busfahrern den Fernbusboom stoppen. 80 Prozent der Fernbusbetreiber rechnen damit, dass das Problem zunehmen wird.
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Busse der Fernbusanbieters FlixBus und Meinfernbus in München. Quelle: dpa
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Busse der Fernbusanbieters FlixBus und Meinfernbus in München.

(Foto: dpa)

BerlinDie boomende Fernbus-Industrie befürchtet einem Pressebericht zufolge erhebliche Rückschläge durch den Fahrermangel. Dieses Problem bleibe die „größte Bedrohung der Busbranche“, berichtet die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer.

Demnach wird diese Einschätzung von 74 Prozent der beteiligten Unternehmen aus Nahverkehr, Touristik und Fernlinienverkehr vertreten. Von den Fernbus-Betreibern erwarteten sogar 80 Prozent, dass sie ein „zunehmendes Problem mit dem Mangel an Fahrern bekommen“.

Zum Schutz der Deutschen Bahn war der Fernbus-Verkehr in Deutschland bis 2012 per Gesetz weitgehend verboten. Seit der Freigabe boomt der Markt mit immer neuen Anbietern, von denen sich wegen des Preiskampfes einige bereits wieder zurückgezogen haben.

Mit diesen Fernbuslinien fahren Sie am besten
Fernbus in Leipzig
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Von Berlin nach Hamburg für acht, von Köln nach München für 19 Euro – eine Fahrt mit dem Fernbus ist unschlagbar preiswert. Die Fahrt dauert deutlich länger als mit der Bahn, trotzdem gibt es einen Bus-Boom in Deutschland. Seit Januar 2013 dürfen Fernbusse auch auf Strecken fahren, die mit der Bahn konkurrieren. Seither hat die Branche rasant Fahrt aufgenommen. Konnten Reisende im Januar 2013 aus 86 innerdeutschen Fernbuslinien wählen, waren es im November 2015 schon 326.
Großer Sitzabstand, Bordtoilette, Klimaanlage, freies WLAN, Drinks und günstiger Preis – damit werben die rund 50 Fernbusunternehmen, die mit ihren Bussen über Deutschlands Straßen rollen. Stiftung Warentest hat im Fernbus-Test neun überregional bedeutsame Anbieter unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Sechs von ihnen bekamen die Note gut, nur drei schnitten mit der Note befriedigend ab. Punkte sammeln konnten die Busunternehmen bei Preis, Pünktlichkeit, Sicherheit, Service und Ausstattung. Pluspunkte gab es vor allem für die Pünktlichkeit: 80 Prozent aller Busse fuhren nach Plan ab. Deutliche Kritik gab es von den Testern allerdings oft für die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Platz 9: Eurolines
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Eurolines ist ein Zusammenschluss von 32 europäischen Busunternehmen mit Sitz in Brüssel. In Deutschland fährt der Anbieter seit 1985 fährt für die Deutsche Touring GmbH, die bis 2005 der Deutschen Bahn gehörte und seitdem eigenständig ist. Die Fahrten sind insgesamt gut, doch Abzüge gab es bei den teilweise unsauberen Toiletten. WLAN war auch nicht immer verfügbar. Einziger Pluspunkt: 34 von 40 Fahrten waren pünktlich und es gab keine Verspätung von mehr als 30 Minuten. Vor der Fahrt war das Buchen und Stornieren allerdings sehr mühsam. Dabei sollte der Reisende genau wissen, was er bucht. Denn eine Umbuchung kostet zehn Euro. Insgesamt gab es für die Eurolines die Note befriedigend (3,1). Für den Test führten elf Tester insgesamt zehn Fahrten pro Anbieter durch. Außerdem nahmen Experten die Webseites unter die Lupe.

Platz 8: DeinBus.de
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Von drei Studenten 2009 als Busmitfahrzentrale in Offenbach gegründet, bietet das Unternehmen seit vergangenem Jahr Fernbus-Linien mit einem ausgedehnten Streckennetz im Südwesten des Landes an. Der Anbieter bekam ebenfalls die Note befriedigend (2,7) für teilweise ältere Busse mit unsauberen Toiletten. Insgesamt kamen zehn von 40 Fahrten verspätet an, einmal gab es eine Verspätung von mehr als einer halben Stunde. Bei der Buchung sollten sich Reisende mehr Zeit nehmen, denn die Homepage ist etwas unübersichtlich. Dafür sind die Stornierungskosten mit drei Euro nicht so hoch.

DeinBus.de meldete 2014 Insolvenz an, ist inzwischen allerdings wieder auf dem Markt aktiv und bietet insbesondere Studenten und älteren Menschen gute Angebote.Platz 8: DeinBus.de

Platz 7: Public Express
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Das 2003 gegründete Unternehmen hat mit lediglich zwei Linien das kleinste Streckennetz unter den getesteten Fernbussen. Mit elf Haltestellen fährt Public Express meist im Nordwesten des Landes. Schwierig hierbei: die Busse sind nicht immer einfach zu identifizieren. Die Fahrten wurden dennoch insgesamt mit der Note gut bewertet. Immerhin waren 34 von 40 Fahrten pünktlich, bei den sechs Verspätungen war keine länger als eine halbe Stunde. Auch wenn die Fahrt trotz fehlendem Wlan angenehm war, war die Buchung vorher umso anstrengender. Dabei gab es technische Probleme. Außerdem wurden persönliche Daten unverschlüsselt übertragen. Stornierungen konnten nur schriftlich gemacht werden. Entweder gab es einen Gutschein oder zehn Euro Kosten. Die Umbuchung war dagegen kostenlos. Insgesamt erhielt Public Express die Note befriedigend (2,6).

Im August 2015 gab Public Express bekannt, dass sie den Betrieb auf ihrer Stammstrecke aufgrund der Marktentwicklung einstellen.

Platz 6: MeinFernbus.de
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Mein Fernbus wurde 2011 in Berlin gegründet. Die markanten grünen Busse überzeugten mit einem sehr guten Service und sauberen Toiletten. 30 von 40 Fahrten waren pünktlich, in zwei Fällen gab es allerdings Verspätungen von mehr als 30 Minuten. Das Buchen vor der Fahrt ging leicht von Hand, beim Stornieren wurde der Ticketpreis als Gutschein erstattet. Insgesamt wurde Mein Fernbus, inzwischen mit Flixbus fusioniert, mit der Note gut (2,2) bewertet.

Platz 5: City2City
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Erst seit Frühjahr 2013 rollt das britische Unternehmen National Express auf dem deutschen Fernbus-Markt und landet mit der Note gut (2,1) auf Platz fünf der besten Fernbuslinien. Derzeit bietet City2City nur fünf Linien mit 16 Zielen an. Die Fahrten mit dem Bus sind zwar insgesamt gut, auffällig war dennoch die aggressive Fahrweise des Busfahrers, der auch oft während der Fahrt telefonierte. Elf Fahrten waren im Test unpünktlich, davon hatten zwei eine Verspätung von mehr als eine halbe Stunde. Einen Pluspunkt gab es beim Buchen: Vor der Fahrt kann der Reisende sich einen Sitzplatz reservieren und noch 48 Stunden vor der Fahrt kostenlos umbuchen. Auch City2City hat den Betrieb im hart umkämpften Markt inzwischen eingestellt.

Platz 2: IC Bus
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Das Unternehmen der Deutschen Bahn bietet seit 2009 nationale und internationale Linien an. Insgesamt steuert der Anbieter nur sieben Linien mit 22 Haltestellen an. Die Fahrten, die hauptsächlich in München starten, wurden insgesamt mit der Note sehr gut bewertet. Der IC Bus kann vor allem mit dem Service und der Sauberkeit in den Bussen punkten. Nur drei von 40 Fahrten waren unpünktlich, in einem Fall handelte es sich um eine Verspätung von mehr als eine halbe Stunde. Bei der Buchung ist der Bus auf der Internetseite der Bahn teils schwer zu finden. Dennoch positiv: Bahn-Card-Ermäßigungen und Sparpreise gelten ebenso wie im klassischen Schienenfernverkehr. Negativ: Wer umbuchen will, muss stornieren und Stornierungen kosten beim Sparpreis 15 Euro. Insgesamt schneidet der Anbieter mit der Note gut (2,0) ab.

Die beiden Marktführer MeinFernbus und Flixbus schlossen sich kürzlich zusammen. Die Deutsche Bahn geht ebenfalls in die Offensive und will ihr Angebot bis 2016 vervierfachen. Einen größeren Anteil an dem hart umkämpften Geschäft strebt auch die Deutsche Post an.

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7 Kommentare zu "Fernbusse: Fahrermangel bedroht Bus-Boom"

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  • Die Arbeitslosen wollen eben von ihrer Arbeit leben können, und das scheint nicht gegeben. Auch wer kein Abitur hat, muß ordentlich bezahlt werden. Die ganze Fernbusbranche lebt auf Kosten der Steuerzahler: Die Infrastruktur wird kostenlos genutzt, keine Autobahnmaut, keine Bezahlung der städtischen Infrastruktur usw. Stattdessen wird nach dem Staat gerufen, er soll die Infrastruktur verbesser - kostenlos versteht sich. Und so sollen auch die Fahrer nichts kosten. Sie sollen ihre Gesundheit zunehmend selbst bezahlen, ihre Rentenversorgung usw. Wovon??? Hingegen werden die Gewinne von Parasiten eingestrichen,die sich an der Finanzierung des Gemeinwohles in keiner Weise mehr beteiligen, auch die Fahrer sollten am besten gefördert werden - vom Staat versteht sich. Es wird Zeit,das die Parasiten zur Kasse gebeten werden!

  • Wirtschaft u. Politik haben versagt!
    Wenn Bus-Fahrer fehlen dann sind eben zu wenige ausgebildet worden.
    Wer möchte schon gerne Busfahrer werden, bei dem Stundenlohn. Und bei
    den Wochenarbeitszeiten. Und ständig unter Druck, ständig mit Bußgeldern,
    Fahrverbot bedroht!
    In meiner Heimatstadt fehlt es an Frisören - dito: Stundenlohn, Arbeitszeiten….
    Und unsere Politiker lamentieren lauthals über Fachkräftemangel. Nur der
    Fachkräftemangel ist von ihnen selbst und der Wirtschaft verursacht worden.

  • So ein Quatsch. Zum Busfahren braucht man kein Abitur, und nahezu jeder kann sich verhältnismäßig leicht zum Busfahrer ausbilden lassen. Haben wir nicht noch genügend Arbeitslose in Deutschland?

  • Also haben wir keine Fachkräftemangel, sondern einen Billigkräftemangel.

  • falsch - uns fehlen nur die Fachkräfte aus dem Ausland - dann kann der Lohn gesenkt werden...

  • Wirtschaft u. Politik haben versagt!

  • nach dem marktwirtschaftlichen Gesetz, dass sich der Preis (Lohn) über die Nachfrage regelt, müssen die Löhne der Busfahrer ja nun nahezu explodieren. Hat das HB mal recherchiert, wie sich die Löhne in dieser Branche entwickeln?

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