Fernseh-Baustelle
Telekom fehlen Sender für ihr Internet-TV

Die Bundesliga-Übertragung ist nicht die einzige Fernseh-Baustelle, mit der die Deutsche Telekom Probleme hat. Internes Kompetenzgerangel und eine unklare Strategie sind nach Meinung von Fernsehmanagern dafür verantwortlich, dass die Telekom vier Wochen vor dem Start ihres Internet-TV-Angebots das Paket noch nicht unter Dach und Fach hat.

DÜSSELDORF. Derzeit haben nach Angaben der Telekom erst 70 von geplanten 100 Sendern einen Vertrag mit dem Bonner Konzern geschlossen. Es fehlen noch wichtige Kanäle wie ARD, ZDF und RTL, aber auch Exoten wie der Kochsender TV Gusto.

Internes Kompetenzgerangel und eine unklare Strategie sind nach Meinung von Fernsehmanagern dafür verantwortlich, dass die Telekom vier Wochen vor dem Start ihres Internet-TV-Angebots das Paket noch nicht unter Dach und Fach hat. „Wir sehen das Geschäftsmodell der Telekom noch nicht“, sagt ein Münchener Senderchef, der nach Verhandlungen mit der Telekom auf eine Einspeisung seines Kanals verzichtet. „Es wird immer wieder neu verhandelt, doch niemand auf Telekom-Seite trifft eine Entscheidung“, sagte ein Kölner TV-Unternehmer.

Die Telekom will am 11. August zum Anpfiff der Fußball-Bundesliga ihr Fernsehangebot über ihr neues schnelles Internet (VDSL) freischalten. Zum Start sollen nach bisherigen Planungen rund 100 Sender empfangbar sein. Der Konzern will drei Mrd. Euro investieren, um in 50 Städten VDSL anzubieten, das unter anderem Fernsehen in bisher ungekannter Qualität überträgt. Um Kunden in dieses Netz zu holen, hat sich die Telekom die Rechte für die Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga im Internet gesichert. Die Telekom setzt wie ihre Wettbewerber darauf, ihren Kunden Kombiprodukte aus Telefon, Internet und Fernsehen anzubieten. Doch der Kommunikationskonzern tut sich schwer im Neuland TV. „Bei den Verhandlungen mit der Telekom prallen Welten aufeinander – Ingenieure gegen Programmmacher“, sagt ein Verhandlungsteilnehmer. „Im großen Reich der Telekom gibt es ein gewaltiges Kompetenzproblem.“ Auch Absprachen innerhalb der Telekom würden nicht klappen. „Die Verhandlungen sind von entzückender Naivität“, berichtet ein Senderchef.

Bisher fehlen dem Konzern zahlreiche Sender. Dazu gehören auch die Flaggschiffe ARD und ZDF. „Wir konnten in der Vergangenheit eine Reihe von technischen Problemen lösen. Nun hakt es noch an Kleinigkeiten“, sagt ein ARD-Sprecher in München. Er geht jetzt davon aus, dass es zu einem Kompromiss kommen wird.

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