Fernverkehr ist der Verlustbringer
Bahn baut im Fernverkehr fast 3000 Stellen ab

Medienberichten zufolge plant die Bahn im Jahr 2004 einen drastischen Stellenabbau. Im Fernverkehr sollen fast 3 000 Stellen gestrichen werden, berichtete der "Tagesspiegel" in seiner Sonntagsausgabe. Ein Konzernsprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

HB BERLIN. Der „Tagesspiegel“ berichtete in seiner Sonntagausgabe unter Berufung auf interne Unterlagen des Konzerns, die stärksten Einschnitte solle es bei den Zugbegleitern und den Reisezentren geben. Die gut 3000 Stellen sollten bei der Fernverkehrstochter Reise & Touristik AG bis Ende 2005 wegfallen, hieß es weiter. Anfang des Jahres hätten bei der Fernreisetochter der Bahn noch 21 700 Menschen gearbeitet, 2008 sollten es nur noch rund 18 850 sein. Ein Bahnsprecher sagte zu dem Bericht: „Wir reden bei der Bahn nicht über Köpfe, sondern über wettbewerbsfähige Kosten.“

Der Fernverkehr ist ein Verlustbringer der Bahn. Dort habe sich bis Ende August ein Verlust von über 300 Mill. € ergeben, hatte Reuters am vorigen Montag aus Unternehmenskreisen erfahren. Bahnchef Hartmut Mehdorn strebt für 2005 die Kapitalmarktfähigkeit des Staatsunternehmens an.

Nach einem „Spiegel“-Bericht ist das Bundeskartellamt offenbar gegen den Einstieg der Bahn bei den hannoverschen Verkehrsbetrieben Üstra. Der Zusammenschluss würde eine spürbare Beschränkung des Wettbewerbs im Bahn-Kerngeschäft Nahverkehr bewirken, berichtete das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf eine „vorläufige Einschätzung“ des Bundeskartellamts. Der Nahverkehr macht bei der Bahn fast die Hälfte der Konzernumsätze aus und entwickelt sich im Gegensatz zum Fernverkehr weiterhin gut. Die Bahn habe keinen Bescheid vom Bundeskartellamt erhalten, sagte ein Sprecher der Bahn am Samstag zu dem „Spiegel“-Bericht.

Im Konzern hatte das Betriebsergebnis der Bahn im August mit einem Verlust nach Zinsen von knapp unter 200 Mill. € erstmals über Plan gelegen, wobei das Minus im Fernverkehr vor allem durch den Nahverkehr ausgeglichen wurde, hatte Reuters Anfang der Woche aus Unternehmenskreisen erfahren. Die Umsätze des Nahverkehrs hätten allein im August um 4,8 % über Vorjahr gelegen.

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