Fernzüge schaffen Trendwende
Bahn steigerte 2005 den Gewinn

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr knapp eine halbe Milliarde Gewinn eingefahren. Einen wesentlichen Beitrag lieferte der lange Zeit verlustreiche Fernverkehr.

HB BERLIN. Das Betriebsergebnis nach Zinsen stieg nach Angaben aus dem Bahn-Umfeld auf rund 450 Mill. Euro, nachdem es im Vorjahr bei 253 Mill. Euro gelegen hatte. Erstmals wieder positiv zu Buche schlugen demnach die ICE und Intercity, die 2004 noch 260 Mill. Euro Verlust verbucht hatten. Auch der Güterverkehr auf der Schiene als zweite Sorgensparte schnitt besser ab als zunächst befürchtet.

Unter anderem wegen der hohen Benzinpreise nutzten mehr Menschen Züge, so dass die krisengeschüttelte Fernverkehrs-Sparte etwa 260 Mill. Euro besser als im Vorjahr abschnitt und einen kleinen Gewinn verbuchen konnte. Damit war der Bereich zwei Jahre schneller profitabel als ursprünglich geplant. Auch die Güterbahn Railion, wo mit einem Verlust von 170 Mill. Euro gerechnet wurde, fuhr in die Nähe der Gewinnschwelle. Ihren Gewinn steigern konnten auch Nahverkehr und der Logistiker Schenker, das Schienennetz schnitt dazu besser ab als geplant.

Den Jahresabschluss 2005 will der bundeseigene Konzern an diesem Freitag bei seiner Bilanzpressekonferenz in Berlin vorlegen. Ein Sprecher kommentierte die Angaben am Donnerstag auf Anfrage nicht. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte schon in den vergangenen Wochen angedeutet, der Betriebsgewinn sei 2005 stärker gestiegen als auf die kalkulierten 400 Mill. Euro. Positiv entwickelten sich zuletzt trotz schwacher Konjunktur und hoher Energiekosten vor allem der Personenverkehr und die Speditionstochter Schenker. Bezieht man die Erträge aus der Immobilienbeteiligung Aurelis mit ein, lag der Gewinn bei 490 Millionen.

Die Zahlen haben dieses Jahr besondere Bedeutung, da derzeit Bundestag und Regierung über den Börsengang des Unternehmens beraten. Bahnchef Hartmut Mehdorn drängt auf eine Privatisierung in bestehender Form des Unternehmens - also zusammen mit dem Schienennetz. Diese Modell habe sich bewährt und sei schnell umzusetzen. Im Bundestag gibt es dagegen starke Bestrebungen das Netz aus der Bahn herauszulösen, um damit den Wettbewerb auf der Schiene zu beleben.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, kritisierte, die Erfüllung der Gewinnziele beruhe allein darauf, dass Planwerte massiv nach unten korrigiert worden seien. Die Gewinnentwicklung der Bahn steht wegen des angestrebten Börsengangs unter besonderer Beobachtung. Bis zur Sommerpause soll nach Willen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) politische Klarheit über die Form einer Teilprivatisierung geschaffen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%