Ferrovial will Spitzenposition
Diskreter Käufer

Mit dem Kauf des britischen Flughafendienstleister BAA wird der spanische Baukonzern Ferrovial in diesem Segment weltweit die Nummer eins. Schon vorher war Ferrovial der viertgrößte Baukonzern in Europa, jedoch relativ unbekannt.

MADRID. Wer die Hausnummer nicht kennt, der wird Spaniens zweitgrößten Baukonzern Ferrovial kaum finden. Während das Logo anderer Madrider Firmen das Dach und Gebäude von allen Seiten ziert und die Außenwände schon von Weitem in den Unternehmensfarben leuchten, fällt der schwarze Hauptsitz von Ferrovial niemandem ins Auge. Den gelben Schriftzug sucht man vergeblich. „Das ist ganz bewusst so gemacht“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Bescheidenheit eben. Vielleicht will man aber auch keine schlafenden Hunde wecken. Dazu passt, dass nur einmal im Jahr, nämlich zur Bekanntgabe der Jahreszahlen, der Präsident vor die Presse tritt. Den Rest des Jahres wird alles per Papier mitgeteilt. Interviews sind tabu. „Rafel del Pino ist zwar ein exzellenter Redner, aber er ist medienscheu“, heißt es.

Mit dem Kauf des britischen Flughafendienstleister BAA wird der 48-jährige sich diese Schüchternheit wohl nicht mehr leisten können. Denn jetzt sind die Spanier in diesem Segment weltweit die Nummer eins. Schon vorher war Ferrovial der viertgrößte Baukonzern in Europa, jedoch relativ unbekannt. Analysten, die von der zweiten Preiserhöhung nicht so begeistert waren, werden nach dem Kauf von BAA mehr wissen wollen. „900 Pence war ein guter Preis. Noch mal 50 Pence draufzulegen, war unserer Meinung nach zu viel, heißt es zum Beispiel beim Madrider Broker Ibersecurities. Die Börse bestätigt das Bild: Der Aktienkurs von Ferrovial sank im vergangenen Monat, mitten im intensivsten Kampf um BAA, um zehn Euro auf 60 Euro. Gestern ging es 4,7 Prozent auf 57,95 Euro bergab.

„Wir wissen, dass jetzt in jeder Hinsicht ein neues Kapitel aufgeschlagen wird“, heißt es bei Ferrovial. Bis heute besitzen der Gründer Rafael del Pino senior und seine Kinder die Mehrheit an dem Konzern. „Die del Pinos sind inzwischen die zweitreichste Familie in Spanien“, sagt Joaquín Garralda, ein Freund des Patriarchen. Der 86-jährige blicke noch immer mit Stolz auf Ferrovial. Sein Sohn gibt sich bescheiden: „Letztendlich ist unternehmerischer Erfolg die harte Arbeit von vielen Menschen“, pflegt er zu sagen.

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