Festnahmen bei Arnolds
Neuer Untreuefall bei Sicherheits-Firma

Erinnerungen an den Heros-Skandal werden wach: Die Geschäftsführung des Essener Sicherheitsunternehmens Arnolds steht im Verdacht, mehrere Millionen Euro beiseite geschafft zu haben. Die Polizei war den Männern schon seit längerem auf der Spur. Das Trio bekam jedoch Wind von der Sache und zog die Konsequenzen.

HB ESSEN. Die Essener Polizei berichtete am Mittwoch, die drei Gesellschafter des Unternehmens seien wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Firmengeldern festgenommen worden. Sie sollten in Kürze dem Haftrichter vorgeführt werden. Mit Rücksicht auf die laufenden Untersuchungen wollte ein Sprecher der Essener Staatsanwaltschaft keine weiteren Auskünfte geben. Eine Vertreterin der Firma bestätigte, dass der Verdacht der Unterschlagung bestehe.

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt seit Anfang Juni gegen die Männer. Doch kamen diese nach Angaben der Polizei einer unmittelbar bevorstehenden Durchsuchung zuvor. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter – Vater und Sohn im Alter von 61 und 39 Jahren – seien am Dienstagnachmittag in Begleitung ihres Rechtsanwalts bei der Staatsanwaltschaft erschienen und hätten eingeräumt, dass seit 2001 ein Fehlbetrag in Höhe von rund 16,5 Mill. Euro entstanden sei. Daraufhin sei auch der dritte verantwortliche Geschäftsführer festgenommen worden. Alle drei sollen noch am heutigen Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Das Unternehmen Arnolds Sicherheit beschäftigt rund 2 100 Mitarbeiter unter anderem an den Standorten Essen, Dortmund, Düsseldorf, Hamm und Köln. Die Firma ist in den Bereichen Bewachung, Geld- und Wertdienste, Revier- und Kurierdienste sowie Gleisbausicherung tätig. Am Standort Essen betreibt das Unternehmen zusätzlich eine Sportmarketing-Agentur.

Arbeitnehmer haben die Schwierigkeiten bei Arnolds bereits seit zwei Jahren zu spüren bekommen. Wegen ausbleibender Lohnzahlungen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Arnolds 2004 gedroht, eine verschleppte Insolvenz anzuzeigen. Die Gehälter seien dann aber wieder geflossen, sagte ein Sprecher. Im Juli seien die Löhne teilweise erneut ausgeblieben.

In der Branche gibt es einen hohen Preisdruck; viele Firmen arbeiteten deshalb nah an der Verlustgrenze oder schrieben rote Zahlen. Das lag nicht zuletzt am nun insolventen, ehemaligen Marktführer Heros. Dieser hatte Konkurrenten mit Dumpingpreisen unterboten und sich nach bisherigen Erkenntnissen mit veruntreuten Kundengeldern über Wasser gehalten.

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